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   Meldungen 2017: 

6.07.2017
Bergtour zu rätischen Inschriften
(Text: Iris Haderer, Bilder: Hubert Reithmeier)

Mitglieder des Archäologischen Vereins Freising wanderten zu den Rätischen Inschriften am Schneidjoch

Die zweitägige Exkursion des Archäologischen Vereins Freising führte diesmal in die Berge des Rofangebirges, wo sich in einer Quellgrotte am Fuße des Schneidjochs 2500 Jahre alte Inschriften befinden, die in den Fels gemeißelt wurden. Sie wurden bereits 1958 entdeckt, aber erst in den letzen Jahren mit Hilfe von Sprachforschern entschlüsselt. 16
Hobbyforscher, die sich nicht vom Wetter abschrecken ließen, wanderten zusammen mit dem Archäologen Dr.Pietsch
über den Geologiepfad, blühende Almwiesen und zuletzt über steile Pfade hinauf zum Schneidjoch. Bei den Felsgravuren angekommen erfuhren die gebannten Zuhörer von Herrn Dr.Pietsch viel vom Volk der Räter, ein Volk der Antike, das den Bereich der mittleren Alpen besiedelte und bereits eine Schrift besaß, die hier eingemeißelt in den Stein heute noch zu
sehen ist. Danach folgte der Abstieg hinunter zur Gufferthütte, wo nach einem gemütlichen Abendessen über das Erlebte diskutiert werden konnte. Herr Dr.Pietsch hielt einen interessanten Vortrag über das Entschlüsseln der Inschriften. Aber bevor er die Bedeutung verriet, ließ er alle Beteiligten selbst versuchen, die geheimnisvollen Zeichen anhand von
Wiederholungen der Zeichen zu Wörtern zusammenzusetzen, was allen großen Spaß machte. Es handelt sich bei der größten der Gravuren um eine Weiheformel einer Familie, bestehend aus dem Vater "Kastrie"sowie seiner beiden Söhne , die dort eine Handlung ausgeführt haben. Ob es eine Opferung war, ist Spekulation. Beeindruckt von den Erlebnissen dieser
spannenden Exkursion traten die Teilnehmer am nächsten Tag den Abstieg und die Heimreise an.


15.06.2017
Junge Höhlenforscher auf den Spuren der Steinzeit


Kürzlich startete die Jugendgruppe des Archäologischen Vereins Freising zu einer Fahrt ins Altmühltal. Zunächst führte eine kleine Wanderung über den Tatzelwurm, eine der längsten Holzbrücken Europas. Auf der anderen Seite der Altmühl liegen die Klausenhöhlen, ein faszinierender Komplex aus Felsvorsprüngen, Höhlen und Gängen in den Berg hinein. Vorsitzender, Lorenz Scheidl, führte die Gruppe durch die einzelnen Abschnitte und erklärte die Entstehung und die archäologische Bedeutung. Gefunden wurden Werkzeuge und Knochen von der Altsteinzeit bis in die Jungsteinzeit. Sogar eine Bestattung der Altsteinzeit wurde entdeckt. Ein Pferd, das in eine Kalksteinplatte graviert wurde ist einer der spektakulärsten Funde und liegt heute im Archäologiemuseum Landau. Solche natürlichen Höhlen dienten jeher als Unterstand für Menschen und wurden auch in den nachfolgenden Zeiten genutzt. 1860 fielen große Teile der Fundschichten einem Umbau der Höhle in Bierkeller samt Biergarten zum Opfer. Die jungen Höhlenforscher wurden durch Lorenz Scheidl als Höhepunkt rund 70 Meter ins Berginnere geführt, wo es sehr eng ist und man sogar Tropfsteine entdecken kann. Für alle blieb genug Zeit, den faszinierenden Ort auch noch selbst zu erkunden.
Nach einem Mittagstisch samt Besichtigung der Blautopfquelle in Essing ging es weiter durch das Altmühltal bis zur Kratzmühle, wo die Gruppe sich auf 15 Kanus aufteilte und eine etwa dreistündige Bootswanderung bis Töging unternahm. So konnte man erahnen, wie sich unsere Vorfahren auf den Bächen und Flüssen bewegten. Überwältigt von den Eindrücken dieser Fahrt trat die Gruppe die Heimreise an und zog ein durchweg Positives Resume. Eine weitere Fahrt führt im Oktober unter dem Titel "Schrazel, Burgruinen und Feuerstein" in den Bayerwald, wo ein echtes Schrazelloch und die Burgruine Hilgartsberg besucht werden, wo es auch experimentelle Vorführungen geben wird. Näheres hierzu erfahren sie in Kürze auf der Homepage des Vereins unter www. archaeologischer-verein-freising.de


 Fotos von Hubert Reithmeier

Nachruf
Zum Tod von Dr. Bernd Engelhardt

Vielen von ihnen ist Dr. Bernd Englhardt ein fester Begriff in Sachen Archäologie. Nun ist er im Alter von 71 Jahren verstorben. Der gebürtige Franke war einer der wenigen Experten, wenn es um die Jungsteinzeit in Bayern ging. Er hat beispielsweise das Silex-Bergwerk von Arnhofen als Grabungsleiter mit aus-gegraben. In der Aussenstelle des BlfD in Landshut, die mittlerweile geschlossen wurde, war er als Leiter tätig, wodurch er auch die Kontakte zum benachbarten Landkreis Freising bekam. Er ließ es sich daher natürlich nicht nehmen, auch die Grabungen des archäologischen Vereins zu begleiten. Für Fragen zu Funden und Befunden hatte er immer ein offenes Ohr und stand mit seinem enormen Fachwissen stets zur Verfügung. Besonders die Ergebnisse aus der Münchshöfener Kultur in Murr faszinierten ihn und er würdigte die Grabung als eine der bedeutendsten dieser Zeitstellung. Durch seine Liebe zur Archäologie baute er auch eine enge Freundschaft zur Familie Neumair auf. Zum Archäologischen Verein fühlte er sich bis zuletzt eng verbunden. 2014 wurde er als Laudator zum 25-jährigen Bestehen des Vereins eingeladen und sagte sofort zu. Er hielt einen begeisternden Vortrag zur Jungsteinzeit und betonte die Wichtigkeit, Ehrenamtlern ihren festen Platz in der Archäologie zuzugestehen. Ohne den Einsatz dieser freiwilligen Helfer, wäre die Archäologie nicht da, wo sie heute steht. Nicht nur im Landkreis Freising unterstützte er die Ehrenamtlichen, nein auch im eigenen Landkreis Landshut war er stets um den dortigen Archäologischen Verein bemüht und setzte sich dafür ein, dass dieser auch Grabungen durchführen durfte.
Wir trauern um ein geschätzes Mitglied und werden seine Verdienste für den Verein und die Archäologie in Ehren halten.



Foto: Dr. Bernd Englhardt beim Festakt 2014


9.04.2017
Geocaching-Event

Geocaching, das ist die suche nach versteckten Dosen mit Logbuch anhand der
GPS-Koordinaten des Versteckplatzes. Mittlerweile betreiben sehr viele
dieses Hobby. Im Laufe der Jahre gibt es nicht nur die tradiotionellen
Dosen mit Logbuch, sondern viele weitere Arten des Verstecks vom
Rätsel-Cache, bei dem man sich die Koordinaten mit der Lösung erarbeitet
bis hin zu größeren und kleineren Treffen, sogenannten Events, bei
denen dann ein Logbuch ausliegt, in das sich die Teilnehmer eintragen.
Auch im archäologischen Verein erfreut sich Geocaching mittlerweile
zunehmnder Beliebtheit und daher haben sich einige Mitglieder
entschieden ein solches Event auch in der Ausstellung des Vereins zu
organisieren. Unter dem Namen "Nachts im Museum" wurde zu einer
exclusiven Nachtführung geladen, bei der man auch hinter die Kulissen
der Ausstellung, also ins eigentliche Depot geführt wurde. Rund 75
Teilnehmer haben den Weg zu uns gefunden - eine beachtliche Zahl! Sie
waren ausnahmslos begeistert und so dauerten die Führungen aufgrund der
vielen interessierten Fragen auch länger als gewohnt. Langeweile kam
aber nicht auf, im Gegenteil! Nach dem offizielen Teil, bei dem Lorenz
Scheidl und Florian Bichlmeier die Führungen im Wechsel hielten,
informierten Iris Haderer und Astrid Siegl noch über die Aktivitäteten
der Jugend und die Bergtour im Juli. Als Abschluß ging es für einen
Großteil der Besucher noch weiter in ein griechisches Lokal, wo bis fast
24:00 noch über Archäologie und Geocaching gefachsimpelt wurde.




Fotos (Reithmeier): Das Geocaching Event "Nachts im Museum"


8.04.2017
Begehungen 2017 - Begeisterte Teilnehmer

Die Feldbegehungssaison 2017 neigt sich langsam dem Ende zu. Nach mehreren ruhigeren Jahren wurden und werden diesmal wieder intensive Begehungen durchgeführt. Speziell im Fokus standen diesmal Mauern und Nandlstadt. In Nandlstadt vermuten Kollegen aus Erding eine Vierecksschanze. Daher wurden von ihnen und dann nochmals von Mitgliedern des Vereins Begehungen des Areals durchgeführt, auf dem sich im Luftbild eine klare Rechteckstruktur abzeichnet. Gefunden wurden bislang allerdings nur Scherben aus dem 13./14. Jahrhundert und aus dem 18./19. Jahrhundert. Hier muss weiter geforscht werden!
Anders die Situation in Mauern. Hier lag der Fokus primär auf dem Wollersdorfer Feld. Es galt die Grenzen des Bodendenkmals genauer festzustellen und vielleicht Anhaltspunkte zu bekommen ob und wo die vermutete Hallstattzeitliche Siedlung zu finden ist, der die Urnengräber der Grabung aus 2005 zuzuordnen sind. Ein Acker deutlich nördlich der bislang vermuteten Siedlungsgrenzen war noch unbebaut und somit ideal für die Begehung geeignet. So machten sich Iris Haderer, Florian Bichlmeier, Lorenz Scheidl, Astrid Siegl und Hubert und Markus Reithmeier in zwei Durchgängen auf, den Acker systematisch abzugehen - mit großem Erfolg! Es wurden drei angeackerte Gruben der mittleren bis jüngeren Bandkeramik entdeckt und daraus viel Keramikmaterial aufgelesen. Zudem fanden sich einige Silices. Ein Beleg, dass die Siedlungsgrenzen der LBK-Siedlung deutlich weiter im Norden liegen. Somit kann das Bodendenkmal nun klarer eingegrenzt werden. Unweit dieser Funde lagen massiv hochgeackerte Schlacken auf dem Acker auf, neben Scherben die eventuell der Hallstattzeit zugeordnet werden können (genauere Datierung folgt). Ein klares Indiz, dass auch die Hallstattzeit im nördlichen Bereich angesiedelt sein könnte. Auf dem restlichen Acker fanden sich zudem Streufunde der LBK, MHK, Bronzezeit, Mittelalter und Neuzeit. Die angeackerten Gruben und die Schlackefunde wurden mittels GPS eingemessen. Eine ausführliche Auswertung folgt im nächsten Band "Archäologie im Landkreis Freising".
Eine weitere Begehung wurde anschließend in Alpersdorf südlich der Ratzenhofkapelle durchgeführt. Hier fanden sich erwartungsgemäß viele Ziegel der Wüstung "Ratzenhof". Neben MA und Neuzeit Keramik fand sich auch ein interessanter Teil einer Glasflasche die noch der näheren Datierung harrt.
Den Abschluß machte der Acker neben den Sportplätzen. Auch hier tauchte neben Frühmittelalter vor allem Mittelalter und Neuzeit auf. Ein kleines Kuriosum war ein moderner Spielwürfel mit Mittelalterlichen Figuren darauf, der bei den Teilnehmern für einige schmunzelnde Gesichter sorgte.




Eine verzierte Bandkeramische Scherbe (Iris Haderer) und ein schöner Silexbohrer (Hubert Reithmeier)



5.04.2017
Alte Aufnahme der Grabung in Langenbach-Rast aufgetaucht

Frau Dr. Hilde Macha hat in ihren Unterlagen eine alte Aufnahme der Grabung in Langenbach Rast entdeckt, die sie dem Verein zur Verfügung gestellt hat. Wir bedanken uns herzlich dafür! Informationen zur Aufnahme folgen in Kürze!



Historische Aufnahme der Grabung in Rast


2.04.2017
Hauptversammlung 2017 - Aktivitäten sind förmlich explodiert

Kürzlich hielt der Achäologische Verein im Landkreis Freising seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Scheidl Lorenz, begann seinen Rechenschaftsbericht mit den Worten "Die Aktivitäten sind 2016 förmlich explodiert!" Damit meinte er zum einen die mehr als erfolgreiche Grabung in Mauern Alpersdorf, die fantastische Funde und Befunde geliefert hat und durch die nun wieder eine schlagkräftige Grabungsmannschaft zur Verfügung steht. Für 2017 sind bereits weitere kleinere Grabungsprojekte angedacht, die der Verein mit Rat und Tat unterstützen wird.  Als zweite große Neuerung gibt es nun eine funktionierende Jugendarbeit, die bereits mehrere Fahrten erfolgreich veranstaltet hat. Iris Haderer und Astrid Siegl werden bereits im Juni eine weitere Fahrt ins Altmühltal mit Kanutour und Höhlenbesichtigung durchführen.  Die Archivierung unter Federführung von Hans Gumberger ist ein gutes Stück vorran gekommen und wird seit dem Frühsommer von der neu eingesetzten Kreisarchäologin, Delia Hurka, unterstützt. Auch Publikationen wurden und werden weiterhin mit Hochdruck vorbereitet. Hier ist nun die Schriftführerin, Maria Messner, die neue Zuständige. Zum einen ist ein weiteres Heft der Reihe "Archäologie im Landkreis Freising" angedacht. Zudem arbeitet Eva Fritz an einem neuen Band Freisinger Archäologische Forschungen zum Thema Hauber und Reuther. Hierzu wurden bereits zahlreiche Arbeitseinsätze durchgeführt. Auch Fahrten und Vorträge wird es zukünftig wie gewohnt geben, mit der kleinen Neuerung, dass neben den klassischen Fahrten nun auch Aktivtouren, speziell für die Jüngeren und Junggebliebenen angeboten werden. Den Anfang macht Iris Haderer mit einer Bergtour zum Schneidjoch, wo rätische Inschriften entdeckt wurden. Neben all diesen Punkten war 2016 jedoch noch viel mehr geboten. Die Vorsitzenden haben Gespräche mit Gemeinden und Bürgermeistern zu verschiedenen Themen durchgeführt. In Mauern soll ein geschichtlicher Wanderweg installiert werden, im westlichen Landkreis die Arbeit des Vereins Fuß fassen. Funde wurden diversen Bearbeitungsprojekten zugeführt. Schülergruppen haben die Dauerausstellung besucht, die einem stetigen Umbau unterliegt, für den sich die Projektgruppe "Museum" zuständig zeigt.
Nach dem beeindruckenden Bericht, was 2016 geleistet wurde und 2017 noch folgen wird, verlass 2. Vorsitzender, Florian Bichlmeier, eine Erklärung des Vereins zum Thema Bernstorf. Der Verein mahnt an, dass die Funde und Befunde weiterhin gravierende Ungereimtheiten aufweisen und das neu erschienene Buch diese nicht ausräumen kann. Vielmehr sind jetzt wieder die Kritiker gefragt, Stellung zu beziehen. Sachlichkeit stehe hier an erster Stelle, welche von einigen Beteiligten nicht im gewünschten Maße gewahrt wurde. Beispielsweise wurden einem Mitarbeiter des Denkmalamtes, bezüglich seiner Stellungnahme zur Auffindesituation der Goldfunde, Halluzinationen unterstellt.
Nach diesem eher unschönen Thema gab es noch höchsterfreuliches. Das langjährige Vorstandsmitglied, Bruno Poschner, wurde in Anbetracht seiner Verdienste für den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Er bekam eine Urkunde und einen Geschenkkorb, sowie seine Frau Martha einen Blumenstrauß überreicht. Poschner zeigte sich über diese Anerkennung für seine Arbeit gerührt.
Einstimmig wurde Hubert Reithmeier in die Reihen der Beisitzer des Vereins aufgenommen. Er hat sich im letzten Jahr durch seine Arbeit auf der Grabung in Mauern und durch zahlreiche Foto-Einsätze hervorgetan und ist somit eine Bereicherung für die erweiterte Vorstandschaft.
Als letzten Punkt referierte Frau Dr. Codreanu-Windauer noch über die Grabungsergebnisse vom Regensburger Donaumarkt mit dem Schwerpunkt "Gräber, Galgen und Gebäck". Ein gelungener Abschluß des langen Abends.



Foto (Reithmeier): Scheidl Lorenz und Frau Dr. Codreanu-Windauer


1.04.2017
Bruno Poschner zum Ehrenmitglied ernannt

Im Zuge der Hauptversammlung 2017 wurde Bruno Poschner zum Ehrenmitglied ernannt. Er ist Mitglied beim Archäologischen Verein seit der ersten Stunde und wachte lange Jahre als Kassier über die Finanzen. Neben dieser zeitaufreibenden Tätigkeit war er bei den Grabungen sehr aktiv. Die Fotos in den Heften des Vereins stammen in weiten Teilen von ihm, genauso wie die Vereinschronik. Er unterstützte insbesondere Erwin Neumair bei allen Aktivitäten und war so lange Jahre seine rechte Hand. Es verging kaum ein Tag, an dem sich Bruno und Erwin nicht schon am frühen Vormittag telefonisch über alle Neuigkeiten und anstehenden Aufgaben ausgetauscht haben.
Als Lorenz Scheidl das Amt des 1. Vorsitzenden vor wenigen Jahren von Erwin Neumair übernommen hat, wurde er quasi ins kalte Wasser geworfen und musste von heute auf  morgen den Verein leiten. Hierbei hat ihm Bruno bei allen Fragen die aufkamen mit Rat und Tat zur Seite gestanden.  Ohne diese Hilfe wäre er bei vielen Aufgaben wohl gescheitert. Als kleines Beispiel soll nur die Eintragung ins Vereinsregister genannt werden, von der man zunächst denkt das sei reine Formsache, die sich aber dann zum Bürokratiemonster entwickelte. Viele hätten hier sicher bald die Nerven verloren, aber Bruno ist drangeblieben.
Wie akribisch er seine Arbeit gemacht hat, zeigte  sich aber vor allem auch in den Kassenberichten, die er in den Hauptversammlungen mit großer Hingabe vorgetragen hat. Für uns war Bruno der perfekte Kassier! Leider wird so eine Arbeit in der Öffentlichkeit oft kaum beachtet und die Leistungen neben seinem Amt sind vielen hier sicherlich noch gar nicht richtig bewusst geworden. Hier muss man nochmals klar sagen, dass Vieles, was der Verein bisher geleistet hat ohne ihn nicht möglich gewesen wäre oder zumindest nicht so reibungslos geklappt hätte.

Nun ist es an der Zeit Danke zu sagen. Feierlich ernannten Lorenz Scheidl und 2. Vorsitzender Florian Bichlmeier Bruno Poschner zum Ehrenmitglied und überreichten ihm eine Ehrenurkunde und einen Geschenkkorb. Seine Frau bekam einen Blumenstrauß.



Foto (Reitmeier): Ehrung von Bruno Poschner


-31.03.2017-
Stellungnahme des Archäologischen Vereins zu den Bernstorf-Funden

Mit großer Sorge verfolgt die Vorstandschaft des Archäologischen Vereins im Landkreis Freising die Debatte um den vorgeschichtlichen Fundplatz Bernstorf.

Die Diskussion um einzelne Funde ist vor dem dem Hintergrund der beeindruckenden bronzezeitlichen Wallanlage und der beachtlichen hallstattzeitlichen Befunde sehr zu bedauern, da sie den Blick von diesen interessanten Befunden ablenkt. Es wäre unseres Erachtens daher angebracht, die gesicherten Erkenntnisse von den den umstrittenen Funden klar zu unterscheiden und den Focus der Darstellung primär auf die unstreitigen Befunde zu richten, die aller Beachtung Wert sind.

Gleichzeitig darf die Diskussion um die zu Recht umstrittenen Funde jedoch nicht abreißen. Die jüngst vorgelegte Publikation zu Bernstorf hat dabei die Argumentation der Echtheitsbefürworter dargelegt und zum Teil nachvollziehbar gemacht. Diese Publikation wird eine entsprechende Antwort der Skeptiker erforderlich machen. Die nunmehr in Gang gekommene Diskussion ist richtig und wichtig.

Bei Betrachtung der genannten Publikation wird schnell klar, dass die Diskussion um die Authentizität der Funde noch lange nicht beendet ist. Aus der Publikation selbst ergeben sich nämlich zahlreiche neue Zweifelsfragen und Ungereimtheiten, die zum Teil neu in den Diskurs eingeführt werden. Beispielsweise haben sich zu den Fundumständen neue Fragen ergeben, die dringend der weiteren Recherche bedürfen. Auch bei der Thematik der Erdummantelungen fallen gravierende Ungereimtheiten auf.

Im weiteren Verlauf dieser Diskussion wird es entscheidend darauf ankommen, dass sie sachlich und konsequent geführt wird. An der Sachlichkeit ist indes vereinzelt ein gewisser Mangel zu beklagen: Es ist unverständlich, wenn die Aktennotiz eines Referenten beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit dem unzutreffenden Hinweis diskreditiert werden soll, dass dieser Referent Mitglied der Vorstandschaft unseres Vereins gewesen sein. Dies ist erstens schlicht falsch. Zweitens ist nicht nachvollziehbar, in wie weit die Vereinszugehörigkeit von Belang für die Glaubwürdigkeit dieser Aussage sein könnte. Der Archäologische Verein hat sich bislang neutral und zurückhaltend in Sachen Bernstorf verhalten. Beide Seiten wurden angehört und zu einem Vortrag eingeladen. Beide Seiten folgten dieser Einladung. Wir werden es uns aber nicht nehemen lassen, auf argumentative Ungereimtheiten und Inkonsequenzen hinzuweisen.

Geradezu skandalös ist es, wenn -wie geschehen- spekuliert wird, ob der erwähnte Referent auf Grund seiner Aktennotiz an „intermittierenden Halluzinazionen“ leide. Der Archäologische Verein fordert alle Beteiligten auf, sich von solchen unverschämten Bemerkungen zu distanzieren.

Von Seiten der Vorstandschaft wird es auch künftig eine kritische Begleitung der Diskussion geben. Wir wollen dazu beitragen, dass dem Bernstorfer Berg diejenige wissenschaftliche Diskussion seiner Funde und Befunde zukommt, die er benötigt.   


-21.02.2017-
Exkursion und Austellungsbesuch

Die Zusammenarbeit mit den umliegenden Archäologischen Vereinen soll zukünftig intensiver werden und so wurde kürzlich ein Besuch der Kollegen aus Erding in unserer Ausstellung mit anschließender Geländeexkursion durchgeführt. Zunächst führte Florian Bichlmeier durch die Räume und erläuterte die zahlreichen Funde. Die Zuschauer zeigten sich begeistert über die Vielzahl an herausragenden Objekten, die der Verein hier zeigt. Nach einem Mittagstisch bei dem sich die Freisinger und Erdinger Kollegen rege austauschen konnten ging es weiter nach Wippenhausen, wo bereits Hans Gumberger auf die Gruppe wartete und mit ihnen eine Wanderung durch die dortige frühmittelalterliche Wallanlage durchführte. Diese erste gemeinsame Veranstaltung war ein voller Erfolg und so soll es zukünftig regelmässig derartige Aktionen geben.



Fotos (Rolf Böker): Führung durch die Ausstellung und Geländeexkursion


-23.01.2017-
Wir sind jetzt auch auf Facebook erreichbar!

Seit kurzem hat der Verein seine eigene Facebookseite. Erreichbar ist sie unter https://www.facebook.com/archaeologischervereinfreising


 

-12.01.2017-

Rückblick: Das bronzezeitliche Riesengefäß von Mauern/Alpersdorf
Ein Fund der Superlative

Bereits im Jahr 2008 wurden durch den Verein in Mauern die Flächen auf denen nun der Fußballplatz entstanden ist untersucht. Hierbei fiel im südlichen Teil der Grabungsfläche eine nahezu kreisrunde Grube auf. Nachdem die Grabung am Samstag nach einem Starkregenschauer abgebrochen werden musste wurde am Sonntag das Planum neu geputzt und bereits hier zeichnete sich der obere Rand eines Gefäßes ab. Am Montag erfolgte dann ein Sondereinsatz auf der Grabung bei dem ein Schnitt durch die Grube angelegt  und das Gefäß herauspräpariert wurde. Nach der Dokumentation wurde das Gefäß langsam abgebaut und es ofenbarte seinen Inhalt der aus Webgewichten, Fehlbränden und Keramikscherben bestand. Der Boden des Gefäßes war bereits vor der Deponierung im Boden herausgebrochen worden.
Der Befund wirft bis dato noch sehr viele Fragen auf. Wozu wurde dieses Gefäß hier deponiert? Weshalb die Fundstücke im Inneren? Warum brach man den Gefäßboden heraus? Handelt es sich um eine Vorratshaltung im Boden und man hat nach dem Ende der Nutzung Siedlungsabfall in das Gefäß geworfen? War es eine Opferhandlung?
Der Fund harrt noch seiner hoffentlich baldigen Bearbeitung durch einen Experten. Der archäologische Verein ist hierbei jederzeit offen für Anregungen!


 


Fotos (Scheidl): Das Riesengefäß von Mauern/ Alpersdorf aus der Bronzezeit


- 9.01.2017-

Neujahrsgrüßwort des 1. Vorsitzenden
Liebe Mitglieder,

Das Jahr 2016 liegt nun hinter uns. Es war aus Sicht des Vereins ein Jahr, das es in sich hatte - in vielerlei Hinsicht. Von Beginn an ging es Schlag auf Schlag und ein Ereignis jagte das nächste. Die Aktivitäten im Verein sind förmlich durch die Decke geschossen. An erster Stelle stand natürlich die Grabung in Mauern, die sich absolut gelohnt hat. Erst mussten die Bauwägen aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden, dann ging es in die Vollen. Aufgrund der längeren Grabungs- pause war es zwar nicht einfach immer ausreichend Personal zu bekommen um die umfangreichen Aufgaben dort zu erfüllen und so blieben schwierige Phasen natürlich nicht auch, dennoch konnte die Grabung erfolgreich in die Winterpause gebracht werden. Parallel lief unser beliebtes Winter-vortragsprogramm, das ebenso Kräfte gebunden hat wie die regelmäßige Öffnung unserer Dauerausstellung. Zudem haben Iris Haderer und Astrid Siegl in Windeseile eine Jugendarbeit aus dem Boden gestampft, die sich sehen lassen kann. Die erste Fahrt im Sommer war ein riesiger Erfolg. Ab dem Spätsommer folgten viele Sonderöffnungen unserer Ausstellung und bescherten uns einen Besucherrekord nach dem anderen. Kurzfristig mussten für die wissenschaftliche Bearbeitung der Gra-bung im Wollersdorfer Feld hunderte Silices und Steinwerkzeuge umverpackt werden um auf die Reise nach Graz zu gehen. Auch hier waren zahlreiche Helfer vor Ort. Auch Frau Fritz, die aktuell die Hauber und Reuther Funde aus Freising bearbeitet wurde immer wieder tatkräftig unterstützt. Die Liste weiterer geleisteter Arbeiten ist schier endlos. Ohne eine schlagkräftige Truppe in der Vorstandschaft und vor allem die vielen Aktiven, die jederzeit zur Stelle waren, wäre dies nicht möglich gewesen. Auch die Kompetenzverteilung in Arbeitsgruppen hat sich voll bewährt und so sind auch im neuen Jahr bereits viele Aktivitäten vorgesehen. Die Jugendarbeit wird ab dem Frühjahr mit einer Fahrt fortgesetzt. Das Vortrags-programm startet im Januar und erstmals wird, zusammen mit dem DAV eine Bergexkursion zu rätischen Inschriften durchgeführt. Natürlich wird es auch für die ältere Generation wieder Fahrten geben, die derzeit aber noch in der Planungsphase stecken.  Große Posten bilden die beiden Publikationen FAF3 und Heft 13. Ich bedanke mich bei allen, die zum gelingen der sehr erfolgreichen Arbeit des Vereins beigetragen haben und es auch weiterhin machen werden in aller Form. Ohne diese Zusammenarbeit wäre es nicht möglich so viel Arbeit in kurzer Zeit zu bewältigen. Ich wünsche uns allen ein erfolgreiches und spannendes archäologisches Jahr 2017!

Scheidl Lorenz 1. Vorsitzender


- 3.01.2017 -

Homepage funktioniert wieder einwandfrei
Nach den Hackerangriffen auf verschiedene Internetdienste im Dezember wurden bei unserem Server-Anbieter die Sicherheitsstandards geändert. Daurch musste auch unsere Homepage-Software angepasst und neu programmiert werden. Dieser Vorgang ist nun abgeschlossen und die Webseiten des Vereins funktionieren wieder einwandfrei!