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Neuigkeiten

Donnerstag, 13.12.2018
Römergruppe belegt Platz 3 bei Spendenwettbewerb

Freitag, 16.11.2018
Heft 13 erschienen

Donnerstag, 15.11.2018
Neue Mitglieder der Vorstandschaft: Klaus Hergl

Montag, 12.11.2018
Ausstellung in Moosburg eröffnet

 

 

 

 

 

 

Interessante Links

Partnervereine und Gruppen:


Verein für Höhlenkunde in München e.V.
http://vhm-muenchen.de/


Claymore - Die Schaukampfgruppe
http://www.die-schaukampfgruppe.de/


ArLan - Archäologischer Verein Landshut
http://www.arlan.de


AVE - Archäologischer Verein Erding
https://archaeologischer-verein-erding.de/verein/


Moosburg ganz anders
http://www.moosburgganzanders.de/

Meldungsarchiv

2015 
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2009

  Meldungen 2015: 


- 26.11.2015 -

Unterstützung für die Depotarbeit
- Erster großer Schritt in Richtung Kreisarchäologie -

Lange schon fordert der Archäologische Verein einen Kreisarchäologen für den Landkreis Freising. Nun ist, auch aufgrund des Engagements von Landrat Hauner, eine wissenschaftliche Stelle genehmigt worden, die demnächst ausgeschrieben wird. Zunächst soll ein Archäologe das Team des Vereins bei der Archivierung und Erfassung des umfangreichen Fundgutes unterstützen. Die Arbeiten schreiten sehr gut voran und vieles wurde bereits durch unsere Arbeitsgruppe geschafft. Dennoch stößt der Verein nun an die Grenzen des für Ehrenamtliche und Laienarchäologen machbare und braucht diese Hilfe dringend. Wenn sich die Zusammenarbeit bewährt, ist eine Ausweitung des Zuständigkeitsbereiches und eine Verlängerung der Stelle möglich und somit ein riesiger Schritt in Richtung Kreisarchäologie gemacht.


- 18.11.2015 -

Vortrag „Troia – Mythos und Archäologie“ – Prof. Dr. Ernst Pernicka

Troia – jeder kennt es oder hat zumindest schon einmal davon gehört. Ob nun aus den griechischen Heldensagen oder einem Hollywood-Blockbuster.

Lauscht man aber den Ausführungen von Prof. Dr. Ernst Pernicka vom Institut für Geowissenschaften/Universität Heidelberg und Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie/Mannheim  über die Untersuchungen und Ergebnisse der Ausgrabungen in Troia in den letzten Jahrzehnten, muss man feststellen: die berühmte  Stadt des König Priamos mit ihren zahlreichen herausragenden Schatzfunden birgt noch zahlreiche Geheimnisse.

Nach einer kurzen Zusammenfassung der Forschungsgeschichte Troias, unter den Ausgräbern ist vor allem Heinrich Schliemann zu nennen, stellte Prof. Dr. Pernicka im Rahmen seines Vortrags beim Archäologischen Verein Freising die Frage in den Raum, warum er als Chemiker seit Jahren Teil des Grabungsteams in Troia ist. Die Antwort gab er gleich selbst: als Chemiker wurde er für die Untersuchung der Metallfunde hinzugezogen. So analysierte er die berühmten Goldfunde und ging der Herkunft des Zinnes, das man in Troia gefunden hatte, nach. Durch diese Nachforschungen, die noch nicht abgeschlossen sind, möchte man einen Einblick in die Warenbewegungen des 3. Jahrtausends vor Christus gewinnen. Also der Zeit, die durch die Erzählungen um Achill, Hektor und Helena so bekannt wurde.

Von 2005  leitete Pernicka nach dem überraschenden Tod seines Vorgängers Manfred Korfmann bis 2013 die Grabungen in Troia. Nachdem anfangs das Augenmerk vor allem auf der Oberstadt bzw. die Akropolis lag, wurde in den letzten Jahren vor allem der Unterstadt nachgegangen. Durch geophysikalische Untersuchungen konnten erste Hinweise, wie eine Grabenanlage, festgestellt werden.

Viele Fragen sind noch offen. Manche können vielleicht durch die türkischen Archäologen, bei denen nun die Grabungslizenz liegt, beantwortet werden. Andere werden wahrscheinlich nie gelöst…



Text: Maria Messner
Foto: Scheidl Lorenz


- 11.11.2015 -

Ein Leben für die Archäologie
Archäologischer Verein trauert um Erwin Neumair



Der Gründer des Archäologischen Vereins und langjährige 1. Vorsitzende, Erwin Neumair, ist am vergangenen Montag im Alter von 80 Jahren verstorben. Sein Leben widmete er der Erforschung der Landkreisgeschichte. Als gebürtiger Freisinger begann er bereits früh, sich für Geschichte zu interessieren. Besonders der Freisinger Domberg stand in seinem Fokus und so führte er dort 1972 erste archäologische Untersuchungen durch, damals noch unerlaubt. Nach und nach bildete sich unter seiner Führung ein Team von ehrenamtlichen Helfern, mit denen er wertvollste Funde  und Erkenntnisse zu einer der bedeutendsten Zentralsiedlungen der Bronzezeit sicherte, die ohne sein beherztes Eingreifen unwiederbringlich verloren gegangen wären. 1978 ernannte ihn der Landkreis in Anbetracht dieser Verdienste offiziell zum Kreisheimatpfleger - allerdings hieß es derzeit noch, es gäbe ohnehin nicht viel zu finden. Neumair aber begann mit seinem Team den Landkreis systematisch nach Fundstellen abzusuchen und diese zu kartieren. Dadurch wurde aus einem ehemals weißen Flecken auf den Denkmalkarten einer der am besten erforschten Landkreise Bayerns. Unmengen an Lesefunden zeugen von einer Besiedlungsgeschichte, die seiner gleichen sucht. 1988 gründete Neumair dann den Archäologischen Verein. Unter seiner Anleitung wurden aus Laien geübte Ausgräber mit denen weitere spektakuläre Entdeckungen gemacht wurden. In Ziegelberg fand man Keramik der ältesten Bandkeramik, in Niederndorf eine römische Villa rustica mit Therme und Darre und in Niederambach ein römische Gräberfeld. 1996 dann die Sensation schlechthin: In Murr wurde der berühmte Hochzeitsbecher der Münchshöfener Kultur ausgegraben. Bis heute konnten viele weitere einmalige Funde geborgen werden, deren Fundstellen ohne Neumairs Wirken wohl unbekannt geblieben und daher unbeachtet überbaut worden wären.

Im Laufe ihrer Tätigkeit wurden Anne und Erwin Neumair und ihr Archäologischer Verein mehrmals geehrt. 1991 war es die bayrische Denkmalschutzmedaille, 1997 der Kulturpreis des Landkreises Freising, 2002 das Bundesverdienstkreuz, 2010 die Stadtmedaille der Stadt Freising und 2006 die Ernennung zu "Gesichtern der Region".

Neumair verstand es aber nicht nur Grabungen durchzuführen sondern organisierte Vereinsfahrten, Ausstellungen und holte immer wieder hochkarätige Dozenten für Vorträge nach Freising. Er baute mit den Jahren ein breites Netz aus Fachkontakten auf, die es ermöglichten die Freisinger Funde immer mit den neuesten wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen. Den Untersuchungen folgte immer auch die Publikation der Ergebnisse auf hohem wissenschaftlichen Niveau und so war Neumair in der Fachwelt eine feste Größe. Archäologen aus ganz Deutschland und teilweise sogar über die Landesgrenzen hinaus wandten sich bei Fragen speziell zur Jungsteinzeit an ihn, war sein Fachwissen hierüber doch enorm.

Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen in der Bodendenkmalpflege wurden die Grabungen in den letzten 15 Jahren dann immer weniger und Neumair widmete sich verstärkt der Aufarbeitung der Funde. Im Laufe der Zeit machte ihm die Gesundheit erkennbar zu schaffen und doch setzte er sein Wirken unvermindert fort und stand den Mitgliedern des Archäologischen Vereins immer mit Rat und Tat zur Seite. Er hat sich früh Gedanken um die Zukunft der Landkreiserforschung gemacht und die Vorstandschaft nach und nach verjüngt. Es fiel im sichtlich schwer sich von einzelnen Aufgabenbereichen zu trennen und sie an Andere abzugeben, für die er dennoch stets ein offenes Ohr hatte, wenn es Fragen gab. 2013 merkte er dann, dass seine Kräfte für die Vereinsführung nicht mehr ausreichen und er teilte schweren Herzens mit, dass er für das Amt des 1. Vorsitzenden nicht mehr zur Verfügung stehen wird und er dieses in jüngere Hände abgeben möchte. Das 25-jährige Jubiläum wollte er aber noch selbst durchführen. Leider erlaubte ihm dies sein gesundheitlicher Zustand nicht mehr und der Festakt wurde ins Jahr 2014 verlegt in welchem ihn die Mitgliederversammlung dann auch zum Ehrenvorsitzenden ernannte. Der Besuch von Veranstaltungen war leider ihm nicht mehr möglich und dennoch half er weiter unermüdlich bei der Fundbearbeitung und stand dem Verein bis zu seinem Tod beiseite, der eine schmerzliche Lücke hinterlässt. Die Vorstandschaft des Archäologischen Vereins im Landkreis Freising blickt voller Dankbarkeit auf Erwin Neumairs "Leben für die Archäologie" zurück, das mit Worten nicht genug gewürdigt werden kann. Im Bewusstsein seiner Verdienste wird seine Arbeit auch in Zukunft fortgeführt werden um das große Erbe das er uns allen hinterlässt würdig zu bewahren.

 


- 4.11.2015 -

Frühmittelalter, Pest und Migration
Archäologischer Verein besucht Sonderausstellung zum Kletthamer Gräberfeld
von Scheidl Lorenz

 Kürzlich haben rund 20 Mitglieder des Archäologischen Vereins die Sonderausstellung "50 Jahre Kletthamer Gräberfeld" im Museum Erding besucht. Harald Krause führte kurzweilig durch die Ausstellung.

Entdeckt wurde das Reihengräberfeld 1965 durch spielende Kinder, die Schädel und Schwerter bargen und zuhause im Gartenschuppen aufstellten. Die Eltern verständigten nach dem Auffinden sofort die zuständigen Stellen und somit konnte Kreisheimatpfleger Eugen Press zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern die Gräber bergen. Leider waren viele bereits Kanalbauarbeiten zum Opfer gefallen. Sogar Pfadfinder und Soldaten des Erdinger Fliegerhorstes halfen bei der Bergung. Nur ein Jahr nach den sensationellen ersten Entdeckungen wurden durch Straßenbauarbeiten erneut hunderte Gräber zerstört. Darauf folgten diverse weitere Grabungskampagnen und einige Gräber sind selbst heute noch im Boden und es muss penibel darauf geachtet werden, dass diese bei anstehenden Baumaßnahmen ausgegraben werden.

Aus den bisherigen Funden zeichnet sich ein mehr als beachtliches Bild. Es wurden bislang etwa 1500 von insgesamt über 2200 vermuteten Bestattungen untersucht. Zwischen 600 und 700 Gräber wurden bereits zerstört und 200-400 liegen immer noch im Boden. Der Nutzungszeitraum des Gräberfeldes liegt zwischen ca. 460-720 nach Christus, also in der sehr unruhigen Phase der Völkerwanderungszeit und des frühen Mittelalters. Krause erläuterte, dass für die Belegung des Friedhofs über diese große Zeitspanne keineswegs eine große Stadt zu vermuten ist, sondern wenige Gehöfte oder Weiler mit wenigen Großfamilien von jeweils um die 10 Personen ausreichen um diese Zahl an Bestattungen hervorzubringen.

In der Ausstellung werden die herausragendsten Bestattungen eines der größten Gräberfelder dieser Zeit in ganz Mitteleuropa präsentiert. Faszinierend ist beispielsweise das Grab einer Dame aus dem Ostseeraum, die 20 Jahre ihres Lebens dort verbrachte und dann in Erding lebte, bis sie mit etwa 65 Jahren verstarb. Die antrophologischen Untersuchungen zeigen gravierende Zahn- und Kieferprobleme. Dieses Grab dürfte etwa ins Ende des 5. Jahrhunderts datieren. Ein weiteres Grab weist auf Italien hin. Zwei Krieger werden gezeigt, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Einer davon ist jung und kräftig und wurde in voller Waffenmontur beigesetzt, als er mit 20-30 Jahren starb. Der andere ist 40-55 Jahre alt geworden und war vom Kriegerdasein gezeichnet. Sein Arm war mehrfach gebrochen und so verwachsen, dass er steif war. Am Schädel zeugt eine Erhebung von zwei massiven Schwerthieben, die aber gut verheilt sind. Seine Waffen lagen im Fußbereich und sind arg mitgenommen. Der Schildbuckel ist komplett zerbeult. Das Ablegen der Waffen in dieser Position ist laut Krause ein Zeichen der Ehrerbietung gegenüber seiner Dienste und soll aussagen "Du hast großes für uns geleistet, jetzt sollst du in Frieden deine letzte Reise antreten".

Im Zentrum der Ausstellung wird ein Doppelgrab gezeigt, in dem zwei Personen bestattet wurden, die ganz knapp nacheinander verstorben sein müssen. Die jungen Leute wurden von Antrophologen genau untersucht und es gelang erstmals der Nachweis der "Justinianischen Pest" im Erbgut. Der Mann war dabei spärlich ausgestattet, die Frau hingegen hatte ihre "Handstasche" mitbekommen in der sich verschiedene Fundstücke befanden, wie eine Kugel aus Bergkristall oder einem Bruchstück eines keltischen Glasarmreifs. Auch mit Schmuck war sie reich ausgestattet.

Nach der interessanten Führung bestand noch die Möglichkeit die anderen Bereiche des Museums zu besichtigen, was von allen angenommen wurde.  

 

Foto (Scheidl): Harald Krause bei der Führung durch die Ausstellung


- 24.10.2015 -

Auf den Spuren von Römern und Fossilien
von Fritz Ott

Der Archäologische Verein Freising lud Mitglieder und Interessenten zu einen Tagesausflug ein, um sich bei schönem Herbstwetter auf die Spuren von Römern und Fossilien zu begeben. Dass römische Siedlungen und Kastelle heutzutage nicht nur aus steinernen Grundmauern bestehen müssen, bewies sich bei der ersten Station in Pfünz. Die sich dort befindliche, weitläufige Anlage wurde teilweise auf Originalgrundmauern rekonstruiert und fügt sich harmonisch in die umliegende Landschaft ein. Zu besichtigen sind das Nordtor, der Nordwestturm und die dazwischenliegende Umwehrung. Da es keine detaillierten Pläne gibt, konnte nur aufgrund der vorgefundenen Mauerreste die ungefähre Nachbildung jener Gebäude nachempfunden werden.

Mit wenig staatlicher Hilfe und oftmals großen Schwierigkeiten verbunden, wurde die römische Villa Rustica in Möckenlohe, aufgebaut und nachempfunden, dem nächsten Besichtigungspunkt des Ausfluges. Auf sichtbaren, römischen Originalmauern entstand dort mit viel Engagement der Wiederaufbau eines römischen Gutshofes. Dass dort römische Gebäude stehen mussten, war dem Landwirt M. Donabauer länger bekannt. Erst genauere Luftbildaufnahmen bestätigten die Vermutung. Wie Untersuchungen ergaben, wurde die Villa gegen Ende des 1.Jh.n.Chr. errichtet. Zahlreiche Fundobjekte zeugen davon, daß Wohlstand und Luxus gegenwärtig waren. Gab es doch bereits eine Fussbodenheizung, die mit Originalziegeln wieder aufgebaut wurde und nun dem Besucher einen Einblick in das damalige Leben auf so einem Gutshof zeigt. Eine Besonderheit bietet dieses Kleinod aus der vergangenen Zeit: Der Landwirt züchtet auf dem Gutshof Haustiere der damaligen Zeit entsprechend. Einen Einblick in die Haus- und Landwirtschaft ermöglichen die ausgestellten Fundstücke. Jedes erste Wochenende im August findet dort ein grosses Römerfest statt, incl. Alemannenschlacht, Quadriga und römischen Aktivitäten.

Unter der Leitung und Organisation von Hans Gumberger erreichte die Gruppe Eichstätt mit der Willibaldsburg. Die Burganlage thront auf einer Bergzunge hoch über Eichstätt und dem Altmühltal und wurde zw. 1353-1355 von Bischof Berthold, Burggraf von Zollern, errichtet. Bis 1725 diente die Burg als Bischofssitz und beinhaltet heutzutage das Museum für Ur- und Frühgeschichte. In einem der schönsten Naturkundemuseen Deutschlands werden bis zu 150 Millionen Jahre alte Versteinerungen der Solnhofener Plattenkalke, welche bei Abbrucharbeiten in den Steinbrüchen ringsum entdeckt und zu Tage gefördert wurden, eindrucksvoll ausgestellt. Diese umfangreiche Fossilienausstellung lädt zu einer virtuellen Reise zurück in die Vergangenheit ein, wo es noch tropische Meeres – und Lagunenlandschaften gab. Nicht nur betrachten, sondern auch Erleben ist im Museum die Devise, da an zahlreichen Modellen experimentiert und ausprobiert werden kann, wie sich Naturgesetze miteinander verhalten. Das auch interaktive Computerprogramme und eine Multivisionsschau über die Entstehung des Lebens nicht fehlen dürfen, erweist sich nahezu als selbstverständlich.

Sichtlich zufrieden, mit vielen Erkenntnissen und neu gesammelten Eindrücken kehrte die Gruppe am frühen Abend zurück – eine gelungene und lehrreiche Zeitreise zurück zu Römer und Fossilien. Und jeder war sich sicher: Ein Ausflug mit dem Archäologischen Verein Freising lohnt sich immer wieder.



Foto: Ott



 - 10.08.2015 -
Handwerk von der Steinzeit bis Heute
 
Der Tag des offenen Denkmals am 13.09.2015 steht unter dem Motto "Handwerk, Technik und Industrie"- für die Archäologie ein mehr als spannendes Thema, da große Teile archäologischer Funde und Befunde genau diesem Bereich zuzuordnen sind. Daher ist auch der Fundus des Archäologischen Vereins Freising entsprechend reich an Zeugnissen der arbeitenden Bevölkerung beginnend von der Steinzeit bis heute.

Die ersten handwerklichen Spuren finden sich bei Reith, Gemeinde Rudelzhausen, wo ein etwa 200.000 Jahre alter Faustkeil gefunden wurde. Richtig spannend wird es dann mit Ankunft der ersten jungsteinzeitlichen Siedler, die große Mengen an Feuersteinwerkzeugen, Steinbeilen, Keramik, Knochengeräten, usw. hinterlassen haben. Diese Überreste zeugen bereits von Spezialisten für verschiedene Bereiche des Handwerks, das damals noch etwas anders aussah als heute. Typische "Berufe" waren nämlich neben Bauern noch Töpfer, Feuersteinschläger und Steinbeilmacher, Spezialisten für Hausbau, sowie Weber und Gerber. Fundplätze wie ein Silexschlagplatz in Mauern oder Konzentrationen von Webgewichten und Spinnwirteln in mehreren Abfallgruben sind die Zeugen dieser Spezialisten. Daneben gab es natürlich auch die Erfindungen Einzelner, die beispielsweise aus einem Rinderschulterblatt eine Schaufel machten oder ein zerbrochenes Keramikgefäß mit Birkenpech flickten.

Mit Übergang der Jungsteinzeit in die Bronzezeit kam nach und nach ein immer wichtiger werdender Beruf hinzu, nämlich der Schmied, bzw. Metallgießer. Feuersteinwerkzeuge und Steinbeile gab es zwar nach wie vor, doch wurden diese immer seltener und verschwanden irgendwann ganz.

Mit der Eisenzeit wurde die Metallherstellung immer mehr perfektioniert. Auch die Keramikherstellung wandelte sich. Vormals war jedes Gefäß ein Unikat, nun produzierte man mehr und mehr gleiche Stücke, was von den Römern dann nahezu industriell betrieben wurde. Amphoren waren beispielsweise bereits ein reines Wegwerfprodukt. Terra sigilata (eine Form hochwertiger Keramik) trägt oft Stempel über die man den einzelnen Töpfer und dessen Herkunft feststellen kann.  Auch der Fundus des Landkreises Freising weist mehrere gestempelte Stücke auf.

Hochwertiges Handwerk findet sich ebenso im frühen Mittelalter. Davon zeugt beispielsweise der Fundkomplex aus Alpersdorf, wo ein Damespielstein, awarischer Schmuck, aber auch der eher banale Fund einer Fleischwaage gemacht wurden. Mehrere Verhüttungsstellen zeugen von einem Schmied. In Gammelsdorf war ein mittelalterlicher Töpfer besonders einfallsreich und hat aus Keramikfehlbränden, die wohl unverkäuflich waren, ganz einfach die Wand eines Brennofens gebaut und die Gefäße somit für die Nachwelt konserviert.

Auch die Neuzeit bietet immer wieder Überraschungen. Bei mehreren Grabungen in Freising tauchten Zeugnisse von Handwerkern auf, die oft schon vergessen waren. In der Luckengasse war ein Knopf-und Perlenhersteller aktiv, der seine Ware aus Knochen herstellte. Die Überreste konnten ausgegraben werden. Am Wörth stieß man auf die Reste der Steinzeugfabrik Hauber und Reuther, deren Gefäße heute noch weltweit, besonders in den USA, begehrte Sammlerstücke sind.

Der Archäologische Verein lädt Sie am 13.09. von 10-17 Uhr dazu ein, sich die Zeugnisse der Geschichte des Handwerks im Landkreis in der Dauerausstellung im Landratsamt (Eingang gegenüber dem Marstall) anzusehen. Es werden zur bekannten Ausstellung weitere Vitrinen zum Thema bestückt. Mitglieder führen Sie gerne durch die Räume und beantworten Fragen. Weitere Informationen finden Sie unter www.archaeologischer-Verein-Freising.de



 Foto (Poschner): Kleiner Ausschnitt aus dem Fundus einer jungsteinzeitlichen Feuersteinwerkstätte von Mauern

 


- 1.08.2015 -
Auf den Spuren der Römer

Das Camerloher-Gymnasium Freising hat kürzlich Römertage abgehalten und dabei auch die Ausstellungsräume des Archäologischen Vereins Freising besucht, dessen Mitglieder Florian Bichlmeier und Alfred Ballauf, die Gruppe geführt haben. Die Schüler erwartete eine spannende Zeitreise, die zunächst mit den ersten Siedlern begann, die in der Jungsteinzeit im Landkreis sesshaft wurden und so Wegbereiter für die nachfolgenden Kulturen waren. Über die Bronzezeit und die Eisenzeit kam man schließlich bei den Anfängen der Römerzeit in unserer Region an. Die Legionäre stießen zwar auf Widerstand, der aber nicht besonders heftig war und eroberten schnell die Gebiete bis zum späteren Limes. Unser Landkreis spielte hierbei militärisch eine untergeordnete Rolle, war aber ein wichtiger Getreidelieferant, was zahlreiche Funde von römischen Gehöften, sogenannten villa rusticae, zeigen. Einer dieser Höfe stand bei Niederndorf und hatte sogar eine eigene kleine Therme. Auch Gräberfelder wurden im Landkreis Freising gefunden, beispielsweise bei Niederambach. Besonders spannend ist dabei das Grab der Siora, deren Name auf einem Gefäß aus den sehr reichen Beigaben eingeritzt wurde. Neben zahlreichen Gefäßen wurde ihr auch Schmuck mitgegeben. Aus den Grabfunden des Vereins lässt sich zudem ableiten, dass einige der Bestatteten wohl keine echten Römer waren, sondern Einheimische, die sich in die neue römische Bevölkerung integrierten. Genau wie unsere moderne Bevölkerung waren die Römer bereits eine richtige Wegwerfgesellschaft, was zu den sehr reichen Funden führte. Beispielsweise wurden Amphoren mit Ölen, meist aus Afrika, eingeführt, deren Hals abgeschlagen, das Öl entnommen und dann einfach weggeworfen. Es war wohl dank der fast industriell anmutenden Fertigung schon billiger neue Amphoren herzustellen, als die leeren wiederzuverwerten. Das damalige Klima war deutlich milder als unser heutiges, nämlich um etwa 1,5 Grad. Die Römer konnten somit hier sogar Wein anbauen. Die Fußbodenheizungen in den Gebäuden zeigten aber, dass es den ehemaligen Südländern dennoch zu kühl war. Diese Heizsysteme, bei denen Wärme durch Ziegelsteine geleitet wurde, waren sehr effektiv hatten aber auch einen extremen Holzverbrauch. Das Luxusleben war dann schließlich auch mit schuld am Zerbrechen des römischen Imperiums. Nach den Römern haben sich die sehr interessierten Schüler natürlich noch die vielen Funde der nachfolgenden Zeiten angesehen. Angefangen bei Schmuck aus der Völkerwanderungszeit bis hin zu Keramikfunden aus dem Mittelalter und der Neuzeit. Falls Sie nun auch Lust auf eine Zeitreise durch die Geschichte das Landkreises bekommen haben, können Sie die Ausstellung im Landratsamt jeden 1. Sonntag im Monat von 10-17 Uhr besichtigen.

 

Fotos: Scheidl


- 18.05.2015 -
Auf dem Freisinger Domberg wurde Gold verarbeitet:
Metallurgische Untersuchungen an Stein mit Goldeinschlüssen

Prof. Ernst Pernicka untersuchte am Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie GmbH einen Sandstein mit Goldeinschlüssen vom Freisinger Domberg, was bei der Dissertation von Dr. Bankus leider nicht möglich war, einer Notiz von Bankus im Band " FAF1- Der Freisinger Domberg" nach aber quasi noch das I-Tüpfelchen bei der Erforschung des Dombergs wäre.
Mittlerweile sind die Untersuchungen  von den Goldeinschlüssen in einer bronzezeitlichen Steinform (Grabung 1, Fundzähler 4717) abgeschlossen. Es handelt sich um einen geschliffenen Sandstein, in den eine Rille eingekerbt ist.
Untersucht wurden zwei Goldflitter des Objekts. Das Gold weist eine bemerkenswerte Reinheit auf, wie die untenstehenden Tabellen zeigen.

Labor-Nr.

Au

Ag

Cu

Großer Flitter

98

1,8

<0,1

Kleiner Flitter

99

0,8

<0,1

Tab. : Chemische Zusammensetzung der Metallflitter mittels EDRFA, alle Angaben in Masseprozent.
 

Hauptbestandteile [Masse   %]

Platingruppenelemente   [mg/kg]

Spurenelemente [mg/kg]

Labornr.

Cu

Ag

Au

Ru

Rh

Pd

Ir

Os

Pt

Ti

Cr

Mn

 

MA-150333

0,0057

2,0

98

3,4

0,76

17,7

0,11

2,6

172

10

<2

15

 

                               

Tab.: Haupt- und Spurenelementkonzentrationen eines Goldflitters in der Steinform mit Rille (Grabung 1, Fundzähler 4717). Werte mit with “<” sind Nachweisgrenzen. Die Werte für Ru, Os, Ir und Hg sind halbquantitativ, weil sie im Referenzmaterial nicht enthalten sind.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es sich bei den Metallflittern mit hoher Wahrscheinlichkeit um Flussgold handelt, das nach längerem Transport im Fluss durchaus niedrige Silbergehalte aufweisen kann. Diese Interpretation wird unterstützt durch die Anwesenheit von allen Platinmetallen, die in primären (Berg)gold nicht enthalten und mehrheitlich in Gold auch nicht löslich sind. Möglicherweise handelt es sich um Mikroeinschlüsse von Platingruppenmineralen im Goldflitter.

Bei den Analysen ist die Deutung des Objektes als Sickenstein (Ziehen von Golddraht) unwahrscheinlicher geworden, da es sich um Goldflitter handelt und beim Goldziehen eher Schleifspuren entstehen würden. Zudem ist die Rille nicht gerade.

Dieser Text ist eine Zusammenfassung des Untersuchungsberichts, der ausführlich im nächsten Heft erscheinen wird.  





 Fotos: Sandstein mit Goldeinschlüssen, Prof. Dr. Ernst Pernicka


 

- 18.05.2015-

Reise in die Altheimer Kultur

Der Archäologische Verein im Landkreis Freising e.V. führt regelmäßig Exkursionen zu archäologisch bedeutsamen Fundstätten und Museen durch. Die letzte Fahrt unternahmen circa 20 Mitglieder und Interessierte am vergangenen Samstag in den nördlichen Landkreis Landsberg am Lech.
Der Referent für Feuchtbodenarchäologie beim Landesamt für Denkmalpflege, Dr. Guntram Schönfeld, führte die Besuchergruppe zunächst über das Gelände der Prähistorischen Siedlung Pestenacker. Dabei handelt es sich um eine Feuchtbodensiedlung aus der späten Jungsteinzeit. Die Funde sind der Altheimer Kultur (3800 v. Chr. bis 3400/3300 v. Chr) zuzurechnen.
Durch die gute Erhaltung der Funde und Befunde auf Grund  der feuchten Umgebung konnten wertvolle Erkenntnisse über die Lebensweise der Menschen aus jener Zeit gewonnen werden. Mehrere Grabungen zwischen 1988 und 2004 brachten außergewöhnlich gut erhaltene Funde aus Holz, Pflanzenresten und Textilstücken hervor. Bis heute ist nicht völlig geklärt, weshalb die Siedler der Altheimer Kultur eine Feuchtbodensiedlung errichtet hatten. Der Grund ist wohl in der Lage der Siedlung zu suchen: Die Siedlung selbst war in einer Bachbiegung errichtet worden. Somit war die Wasserversorgung gesichert. Nur wenige Meter östlich der Siedlung beginnt eine Hanglage. In Richtung des Hanges konnte ein aus Eichenbohlen angelegter Weg ergraben werden. Die  anschließende Hochterasse dürfte für den Ackerbau genutzt worden sein. Eine neue Erkenntnis konnte Dr. Schönfeld den Teilnehmern von der westlich der Siedlung gelegenen Talseite mitteilen: Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass sich dort zur Zeit der Besiedelung ein See befunden hat. Schönfeld zieht daraus den Schluss: „Wir haben uns die Feuchtbodensiedlungen bisher als Sonderformen  der Besiedelung vorgestellt. Jetzt sehen wir, dass eine starke Ähnlichkeit zu den Pfahlbauten, etwa am Bodensee, besteht.“
Nach der Mittagspause wurde die Exkursion im wenige Kilometer weiter westlich gelegenen Westerholz am Hochufer des Lechs fortgesetzt. Die Teilnehmer besichtigten zunächst die Ruine der vor 1260 gegründeten Burg Haltenberg. In diesem Jahr tritt ein Konrad von Haltenberg als Ministeriale des Staufers Konradin urkundlich hervor. Den Abschluss bildete der Besuch der weiter südlich gelegenen sog. Römerschanze. Bei dieser Wallanlage handelt es sich um eine Befestigungsanlage mit Wall und Graben.  Ihre Anfänge reichen zurück in die Bronzezeit. Die Anlage wurde gegen Ende des Frühmittelalters auf den heutigen Umfang erweitert. Im Hochmittelalter wurde die Burg weitergenutzt. Aus dieser Zeit haben sich unter anderem zwei Turmhügel erhalten.
Die nächste Exkursion des Archäologischen Vereins wird voraussichtlich im September in den Eichstätter Raum führen.

Galerie:

1: Dr. Schönfeld erklärt die Grabung anhand von Plänen
2: eine Nachbildung des bekannten Huts von Pestenacker
3: Dr. Schönfeld am Modell des nachgebauten Hauses
4: Dr. Schönfeld erklärt den Aufbau des nachgebauten Hauses
5: die Teilnehmer auf dem Weg zur Römerschanze
6: der Plan der Römerschanze

Text: Bichlmeier, Fotos: Gumberger


- 23.04.2015 -

Archivierungsarbeiten laufen
- Zwischenstandsbericht -

Die Neuordnung des Depots und die Archivierung kommen hervorragend vorwärts. Während die Neuordnung und Umgliederung bereits nahezu vollständig abgeschlossen und jede Fundschachtel nun ihren festen Platz in den Regalen hat, ist die Archivierung voll am laufen. Mindestens einmal im Monat trifft sich aktuell die Arbeitsgruppe um Hans Gumberger und füllt die Datenbank mit Informationen. Es wird nun im ersten Schritt erfasst, welche Grabung, Grubennummer, Zeitstellung, Fundart, etc. sich in den einzelnen Kisten befindet, die nach Orten und Grabung sortiert in den Regalen stehen. In der Datenbank kann so nach den erfassten Parametern gesucht werden. Beispielsweise ist es möglich alle Kisten in denen sich Funde der Grube 700 in Murr befinden auszugeben, wobei auch gleich der Standort der Schachteln angezeigt wird.

Von den rund 1300 Fundschachteln sind bereits etwa 300 auf diese Weise erfasst und stehen bereit für die nächste Stufe. In dieser Stufe erfolgt dann, soweit noch nicht geschehen, eine tiefergehende wissenschaftliche Bearbeitung (Fundkomplexe wie der Domberg sind ja bereits komplett wissenschaftlich aufgearbeitet). Hierzu arbeitet der Verein eng mit diversen Instituten und Wissenschaftlern zusammen und ermöglicht auch angehenden Archäologen, ihre Arbeiten über das Fundmaterial des Landkreises anzufertigen. Frau Dr. von Nicolai von der LMU München bearbeitet beispielsweise derzeit bandkeramische Funde von Mauern. Erich Ludwig vom Archäologischen Verein wäscht dankenswerterweise immer wieder große Mengen an noch nicht bearbeiteter Keramik und führt die Vorrestaurierung der Funde durch.

Ein weiteres Projekt hat Florian Bachmeier ins Leben gerufen. Zusammen mit Archäologiestudenten von der LMU München werden zunächst die Funde der Ausstellung katalogisiert und fotografiert, herausragende Objekte sogar in 3D. Daraus entsteht ein Fundkatalog über die Dauerausstellung und eine Online-Funddatenbank, die mit der ersten Serie in den nächsten Wochen auf unserer Homepage online gehen wird. Bachmeier plant, dieses Projekt dann auch auf die fotografische Erfassung weiterer Objekte unseres Depots auszudehnen. Die teilnehmenden Studenten bekommen im Gegenzug eine schriftliche Bestätigung, dass sie bei den Arbeiten beteiligt waren.

Eine sehr enge Zusammenarbeit findet aktuell mit Herrn Later und Herrn Steffens vom Landesamt für Denkmalpflege statt, welches zugleich Ansprechpartner für die laufenden Archivierungsarbeiten ist. Beide haben diverse Funde aus verschiedenen Grabungen im Freisinger Stadtgebiet gesichtet und aufgenommen. Herr Steffens führt hierzu die Fundkartierung durch und pflegt die noch nicht erfassten Funde aus dem Depot ein. Eine besondere Entdeckung hat Herr Later gemacht. Aus einer Grabung in Freising sind Bodenfliesen mit Tier- und Fabelwesendarstellungen des 12. Jahrhunderts nach Chr. aufgetaucht, die bislang keine Beachtung fanden, aber mit zu den bedeutendsten gehören. Zu diesem Fundkomplex fertigt Later dankenswerterweise einen Bericht für das nächste Heft des Vereins an.

 

 
Testaufnahme eines Schädels mit Hohlkehle und Drehscheibe für 3-D Darstellungen

 


Aufnahme des Hochzeitsbechers für die Datenbank

 



Idol von Wippenhausen: auf der Aufnahme sieht man faszinierende Details, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind

 



- 22.04.2015 -

Ältestbandkeramische Gefäße auf Reisen

Archäologische Berühmtheit erfuhr die Terrasse zwischen Langenbach und Moosburg, die zur Flur von Niederhummel gehört, bereits 1990. Dort entdeckten Anne und Erwin Neumair zusammen mit Mitgliedern des Archäologischen Vereins einen Siedlungsplatz der ältesten Bandkeramik (ca. 5500 v. Chr.). Dabei fanden die Mitglieder des Archäologischen Vereins Freising  neben mesolithischen Silexklingen Keramik mit bisher unbekannter Verzierung. Ganz besonders hervorzuheben sind eine Flasche und ein Gefäß mit Widderhornverzierung. Beide Gefäße stehen schon lange im Fokus der Wissenschaft. Für Prof. Dr. Michael Schmauder zählt diese Keramik zur bedeutendsten dieser Zeitstellung. Daher werden die beiden Gefäße ab 5.09. im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen sein, wo Prof. Schmauder die Ausstellung "REVOLUTIONjungSTEINZEIT" präsentiert. Die Präsentation dieser Funde stellt eine enorme Würdigung der Arbeit des Vereins dar und zeigt abermals, welch hohen Stellenwert die Landkreisfunde auch außerhalb unseres Landkreises haben. Bevor die Funde für 2 Jahre nach Bonn gehen, besteht am Sonntag, 3.Mai, nochmals die Möglichkeit, die beiden Stücke in der Dauerausstellung des Vereins zu besichtigen. Geöffnet ist von 10-17:00, der Eintritt ist frei. Informationen zur Ausstellung finden sie unter www.archaeologischer-verein-freising.de.



Foto: Bandkeramische Flasche und Gefäß mit Widderhornverzierung von Niederhummel


-2.04.2015-

Mitglieder trotzen Orkan
Jahreshauptversammlung des Archäologischen Vereins

Obwohl draußen der Orkan tobte, haben es sich zahlreiche Mitglieder des Vereins, wenn auch oft mit etwas Verspätung, nicht nehmen lassen, die Jahreshauptversammlung und den anschließenden Vortrag zu besuchen.

Der 1. Vorsitzende, Lorenz Scheidl, hat zunächst die Höhepunkte des Jahres 2014 noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Das Jahr begann, wie gewohnt mit Vorträgen. Dann kam es zum Paukenschlag - Anne und Erwin Neumair kandidierten, krankheitsbedingt, nicht mehr für ihre Ämter in der Vorstandschaft und so musste in relativ kurzer Zeit ein neuer Vorsitzender und eine neue Mannschaft gefunden werden. Vier neue Beisitzer kamen so hinzu. Das Team hat sich mittlerweile sehr gut eingespielt und die Aufgaben sind klar auf viele Schultern verteilt worden. Speziell bei der Archivierung wurde sehr viel geschafft. Nahezu alle Funde sind nun fertig in DIN-Kartons verpackt. Mittlerweile wird die erste Stufe der EDV Erfassung, geleitet von Hans Gumberger, durchgeführt. Hierzu finden regelmäßig Arbeitseinsätze im Depot statt. Das erste große Highlight des Jahres 2014 war der Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Vereins. Mit dieser Feier wurde auch das neue Heft vorgestellt und die Ausstellung eröffnet. Diese ist seitdem jeden 1. Sonntag im Monat von 10-17:00 geöffnet. Das nächste Highlight folgte kurz darauf. Prof. Ernst Pernicka hielt einen Vortrag über die Echtheitsanalyse von Goldfunden an den Beispielen der Himmelsscheibe von Nebra und dem Bernstorfer Goldfund. Mit weiteren Vorträgen ging das archäologische Jahr zu Ende.

2015 stehen weitere Projekte an. Die Archivierung wird mit Hochdruck weitergeführt. Für das in 2016 erscheinende neue Heft werden bereits erste Vorarbeiten geleistet und Funde bearbeitet um dann publiziert zu werden. Beispielsweise hat Herr Later vom Denkmalamt Bodenfliesen des 12. Jahrhunderts aus Freising Neustift gesichtet, die mit herrlicher Tierornamentik verziert sind. Hierzu schreibt er einen Artikel. Mittelalterliche Funde der Familie Hagl aus Mauern werden bearbeitet, restauriert und dann vorgestellt. Auch die Forschung kommt nicht zu kurz. Metallfunde vom Freisinger Domberg werden von Prof. Pernicka untersucht. Die Mauerner Bandkeramik beschäftigt Frau Dr. von Nicolai von der LMU. Natürlich gibt es 2015 auch wieder ein Vortragsprogramm und Fahrten. Die erste Fahrt findet bereits am 9.05. statt und hat das Ziel Pestenacker, Hierzu folgen in Kürze weitere Infos.


Bruno Poschner lieferte nach den Ausführungen von Scheidl Lorenz seinen Kassenbericht, der dem Verein ein Finanzpolster bescheinigte, mit dem die anstehenden Projekte gut machbar sind. Die Kassenprüfung lobte die einwandfreie Arbeit Poschners.

Um für die anstehenden Arbeiten noch besser gerüstet zu sein wurden zwei zusätzliche Beisitzer in die Vorstandschaft berufen. Diese sind das langjährige Mitglied, Alfred Ballauf und der Archäologiestudent Florian Bachmeier. Beide wurden einstimmig gewählt.

Nach dem "offiziellen Teil" der Sitzung folgte ein Vortrag von Frau Imke-Kristin Westhausen über den in Kürze ein gesonderter Bericht folgt.

 


 

Fotos (Siegl Astrid): (oben links)Scheidl Lorenz bei seinem Jahresbericht
(oben rechts) Bruno Poschner bei seinem Kassenbericht
(unten) die Besucher der Versammlung


- 30.03.2015 -
Videomaterial zur Grabung von Murr nun online

Ein Video zur Grabung von Murr schlummerte seit Jahren in unseren Archiven. Nun wurde es digitalisiert und ist ab sofort auf unserer Homepage zu sehen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß damit!

Steinzeitdorf Murr - Eine Archäologische Schatztruhe

Bericht: Martinus Martin / Stefan BraunKamera: Stefan Braun / Martin BilfingerSchnitt: Stefan Braun / Stephanie Korz


- 18.03.2015 -

Rätsel der Frühgeschichte
„Von Kelten, Rätern und Germanen. Auf der Suche nach der einheimischen Bevölkerung im Alpenvorland zur Zeit der römischen Herrschaft“ - Dr. Bernd Steidl referiert beim Archäologischen Verein im Landkreis Freising

Im Jahre 15 v. Chr. eroberten Tiberius und Drusus, die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, den Alpenraum bis hin zur Donau. Dr. Bernd Steidl, der stellvertetende Direktor der Archäologischen Staatssamlung München ging in seinem Vortrag in der vollbesetzten ehemaligen Neuestifter Klosterbibliothek in Freising der Frage nach, welche Bevölkerung zu dieser Zeit im Alpenvorland gelebt hat. Diese Urbevölkerung ist archäologisch nur schwer zu fassen. Bei der Ankuft der Römer war Manching, eine der bedeutensten und größten Städte der Kelten, bereits seit einigen Jahrzehnten verfallen. Archäologische Funde und Befunde von der Urbevölkerung sind Mangelware. Daher gehen viele Archäologen davon aus, dass die Region nördlich der Alpen bei Ankunft der Römer nahezu menschenleer gewesen ist.

Dr Steidl, der dieser Frage im Rahmen eines Forschungsprojektes der Archäologischen Staatssamlung und des Lehrstuhls für Geschichte der Tiermedizin der Ludwigs-Maximilians- Universität in München derzeit vertieft nachgeht, widerspricht dieser Einschätzung. So berichtet der antike Schriftsteller Strabon von heftigen Kämpfen mit der einheimischen Bevölkerung. Auf dem Bodensee soll es laut Strabon sogar zu einer Seeschlacht gekommen sein. Ebenso sind in römischen Quellen die Namen der Stämme überliefert, welche in unserer Region ansässig waren. So nennt das sog. Tropaeum Alpium, ein römisches Bauwerk nahe Monaco, welches 7/6 v. Chr. zu Ehren des Kaisers Augustus anlässlich des Alpenfeldzuges errichtet worden war, die vier Stämme der Vindeliker, die Cosuaneten, Rucinaten, Catenaten und Licatier.  Es finden sich aus diesen Stämmen auch manche Personen, die in den Diensten des römischen Militärs standen. Insoweit sind vier Vindeliker- und acht Raeterkohorten belegt.

Gleichzeitig ist eine weitere Entwicklung feststellbar: In zahlreichen Funden wird deutlich, dass die regionale nichtrömische Bevölkerung sich wieder den überkommenen oder schon längst aufgegebenen Traditionen zuwandte. Viele Funde sind zwar hinsichtlich des Materials auf dem Stand der damaligen, von den Römern beeinflussten Technik. Die Formensprache hingegen orientiert sich an der Vergangenheit. Steidl schließt daraus, dass es in der Bevölkerung eine starke Stömung gegeben haben muss, die der römischen Besatzung ablehnend gegenüber gestanden hat. Diese Strömung auf Grund der römischen Okkupation lässt sich mit so genannten Heimstettener Gruppe identifizieren, bei der insbesondere die Grabfunde von besonderer Bedeutung sind. Die Spuren der Heimstettener Gruppe können  zwischen Lech und Isar ausgemacht werden. Eine besonders hohe Konzentration ist dabei in der Münchener Schotterebene auszumachen. Bei den Gräbern handelt es sich um Körperbestattungen, während in spätkeltischer und frührömischer Zeit die  Brandbestattung vorherrschend war.

Die Vortragsreihe des Archäologischen Vereins wird am 31. März 2015 um 19.30 Uhr im Rahmen der Jahreshauptversammlung mit einem Vortrag von Imke Kristin Westhausen, M.A. (LMU München) über „Ritual und Religion im Mitteleuropa der älteren Eisenzeit" fortgesetzt. Hierzu sind auch Nichtmitglieder willkommen. Der Eintritt ist frei.


Text: Bichlmeier, Foto: Scheidl

 


 

- 14.03.2015 -
Archäologische Funde begeistern Kreisräte

Am vergangenen Donnerstag besuchte der Schul- und Kulturausschuss des Landkreises  Freising die Dauerausstellung des archäologischen Vereins und war begeistert. Maria Meßner und Florian Bichlmeier erläuterten die einzelnen Fundstücke und beantworteten Fragen der Kreisräte. Viele der Besucher konnten nicht verstehen, weshalb es mittlerweile so schwierig geworden ist, eine Grabung durch den Verein machen zu können. Beeindruckt hat vor allem auch die große Menge an Funden, die vorhanden sind. Für die Öffentlichkeit besteht weiterhin jeden 1. Sonntag im Monat die Möglichkeit von 10-17 Uhr die Ausstellung zu besuchen.



Foto (Scheidl): Maria Meßner bei der Führung durch die Ausstellung


- 18.02.2015 -
Newsletter startet

Heute startet unser neuer Newsletter-Dienst. Wer sich für den Newsletter einträgt, erhält von uns per Email zukünftig eine Erinnerungsemail für alle unsere Veranstaltungen und wird zudem über Termine informiert, die sich kurzfristig ergeben. Zudem werden sie über interessante Termine benachbarter Vereine informiert. Eintragen können sie sich ganz einfach hier. 


- 13.02.2015 -
Homepage fit für Smartphones!

Unsere Homepage erfährt derzeit einige Neuerungen. Nun gibt es auch eine Mobilversion, die es in der Beta-Version bereits erlaubt, die Seite und ausgewählte Inhalte optimal auf Smartphones anzuzeigen. Natürlich kann auch auf die normale Webversion umgeschalten werden. Hinter den Kulissen wurde zudem die Software für die Bearbeitung entscheidend weiterentwickelt und verbessert. Es sind weitere Neuerungen in Arbeit und werden an dieser Stelle nach und nach präsentiert! 


- 29.01.2015 -

Fahrplan für 2015 steht! 
- Weiterhin engagierte Mitglieder gesucht! -

Vergangenen Montag hat sich die Vorstandschaft des Archäologischen Vereins zur ersten Sitzung 2015 getroffen. Die Tagesordnung umfasste 10 Punkte. Die wichtigsten Ergebnisse der Sitzung wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.
Nachdem die neue Ausstellung nun immer mehr angenommen wird, wurden Verbesserungen diskutiert. Die Neuerungen im Überblick: Die Beschilderung wird durch größere Aufsteller ersetzt. Die Öffnungszeiten werden geringfügig angepasst. Ab 1. März öffnet die Ausstellung erst um 10:00, wird aber weiterhin bis 17:00 geöffnet sein. Für Werbemaßnahmen wird ein Flyer mit Anfahrtsbeschreibung und Kurzinfo erstellt, der ab 1. März in der Ausstellung ausliegt. Die Aufsichten erhalten zukünftig Namensschilder. Für Notfälle wird ein 1. Hilfe Kasten angeschafft. Eine sehr erfreuliche Entwicklung ist, dass sich Franz Then bereit erklärt hat, zukünftig als Ansprechpartner für Schulführungen durch unsere Ausstellung zur Verfügung zu stehen.
Am 13.09. findet der Tag des offenen Denkmals statt. Da das Motto "Handwerk, Industrie und Technik" für uns sehr gut umzusetzen ist, wollen wir uns natürlich beteiligen. Angedacht ist die Erstellung von neuen Vitrinen und Schaubildern sowie Vorführungen zum Thema. Die Details werden derzeit genauer erörtert.
Nach dem Vortragsprogramm wird eine Fahrt nach Pestenacker angeboten. Informationen erhalten sie natürlich rechtzeitig über Homepage und Presse. Zukünftig können Mitglieder zum ermäßigten Preis teilnehmen.
Um endlich wieder eine Grabung durchführen zu können folgen demnächst erste Sondierungsgespräche mit den veranwortlichen Stellen.
Mit der Hauptversammlung sollen zwei zusätzliche Beisitzer in die Vorstandschaft berufen werden, um unser Gremium für die anstehenden Aufgaben noch besser aufzustellen. Zur Wahl stehen dann Alfred Ballauf und Florian Bachmeier.
Auch über das Heft des Vereins wurde debattiert. Dieses wird weiterhin regelmäßig erscheinen und soll zukünftig Berichte über Grabungen im Landkreis, sowie Ergebnisse aus der Erforschung unserer Funde enthalten. 
Auch 2015 wird somit ein sehr arbeitsintensives Jahr, was die Durchführung
 der geplanten Aktivitäten angeht. Hierfür suchen wir auch weiterhin engangierte Mitglieder, die bei Arbeiten im Depot, an der Ausstellung und als Aufsichten während der Öffnungstage aktiv werden wollen. Auch wer sich beim Tag des offenen Denkmals einbringen möchte ist jederzeit willkommen!