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Neuigkeiten

Donnerstag, 13.12.2018
Römergruppe belegt Platz 3 bei Spendenwettbewerb

Freitag, 16.11.2018
Heft 13 erschienen

Donnerstag, 15.11.2018
Neue Mitglieder der Vorstandschaft: Klaus Hergl

Montag, 12.11.2018
Ausstellung in Moosburg eröffnet

 

 

 

 

 

 

Interessante Links

Partnervereine und Gruppen:


Verein für Höhlenkunde in München e.V.
http://vhm-muenchen.de/


Claymore - Die Schaukampfgruppe
http://www.die-schaukampfgruppe.de/


ArLan - Archäologischer Verein Landshut
http://www.arlan.de


AVE - Archäologischer Verein Erding
https://archaeologischer-verein-erding.de/verein/


Moosburg ganz anders
http://www.moosburgganzanders.de/


Meldungsarchiv

2014
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2010
2009


 

 Meldungen 2014:

 


- 24.12.2014 -

Weihnachts- und Neujahrsgrußwort 1. Vorsitzender

 

                                                       Liebe Mitglieder, Freunde und Interessierte,

hinter uns liegt ein turbulentes Vereinsjahr. Das Ausscheiden von Erwin Neumair als langjähriger 1. Vorsitzender hat es erforderlich gemacht, die Struktur der Vorstandschaft deutlich zu verändern und diese zu verjüngen. Gleich mehrere Großprojekte standen auf der Tagesordnung. Zunächst war dies der Aufbau der neuen Ausstellungsflächen. Mit vielen Helfern konnte alles rechtzeitig fertig gestellt werden. Heft 12 konnte von Erwin Neumair und Franz Then ebenfalls bis zum großen Festakt am 24.10. in Druck gebracht werden, so dass auch diese Veranstaltung, untermalt von einem hervorragenden Festvortrag von Herrn Dr. Englhardt, ein gelungenes Event wurde. Eigentlich sollte es nun etwas ruhiger werden und mit regelmäßigen Öffnungszeiten der Dauerausstellung und zwei Vorträgen das archäologische Jahr langsam ausklingen. Daraus wurde nichts! Neuigkeiten zum Bernstorfer Goldfund machten in den Medien die Runde. Der "Verantwortliche" dafür, Prof. Ernst Pernicka, erklärte sich auf Anfrage sofort bereit, bei uns über seine Untersuchungen zu referieren. Binnen nicht einmal drei Wochen musste diese Großveranstaltung organisiert werden. Wer daran nicht direkt beteiligt ist, ahnt vielleicht gar nicht, welcher Aufwand dazu nötig ist. Die Presse muss entsprechend eingeladen und mit Artikeln versorgt, der Hörsaal samt Technik und die Betreuung des Referenten organisiert, der Weg zum Hörsaal ausgeschildert werden, und und und. Auch diese Aufgabe haben die beteiligten Helfer wieder problemlos gemeistert. Hierfür möchte ich mich nochmals ganz herzlich bedanken!
Auch 2015 verspricht ein spannendes Jahr zu werden. Es stehen wieder Vorträge und Fahrten an. Ebenso ist vorgesehen, endlich wieder eine Ausgrabung unter wissenschaftlicher Leitung und mit Zuhilfenahme eines Grabungstechnikers durchzuführen. So ist es möglich, stark von Zerstörung bedrohte Bodendenkmäler zu dokumentieren und zugleich die Anforderungen des Denkmalamtes an eine solche Grabung zu erfüllen. Wir haben zudem auch die Kontakte zu Wissenschaftlern, die die Auswertung und Bearbeitung der Befunde und des Fundmaterials relativ zeitnah übernehmen damit wir die Ergebnisse dann der Öffentlichkeit präsentieren können.
Freuen wir uns also auf das, was vor uns liegt. In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Unterstützung und wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2015!

Mit besten Grüßen

Scheidl Lorenz

1. Vositzender

 

 


- 23.12.2014 -

Adressen Aktualisieren!

Immer wieder bekommen wir Rundschreiben und Bücher zurück, die nicht zugestellt werden konnten. Da es oft nicht möglich ist, die Mitglieder zu erreichen, bitten wir sie, Adressänderungen mitzuteilen.

 


- 12.12.2014 -

Bücher und Rundschreiben sind verschickt

Am Donnerstag legten Mitglieder des Vereins einen "Mammuttag" im Depot ein und haben alle Bücher und das neue Rundschreiben verpackt und versendet. Auf diesem Wege danken wir den Helfern! Das Archäologische Jahr im Landkreis Freising klingt nach turbulenten Monaten somit langsam aus. Bereits am 4. Januar geht es aber mit der ersten Ausstellungsöffnung 2015 schon wieder los!



Bild (Scheidl): Mitglieder beim Verpacken der Bücher


- 8.12.2014 - 

Der Freisinger Domberg und der Frauenberg zu Weltenburg
Zwei Höhensiedlungen im Vergleich

Florian Bachmaier, angehender Archäologe, hat am vergangenen Mittwoch in der Klosterbibliothek über den Domberg und den Frauenberg referiert. Die Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, was ein großes Interesse an diesem Thema zeigt.
Der Freisinger Domberg wird seit 1900 untersucht, wobei es sich damals lediglich um einen Skelettfund handelte. 1949 wurden erneut Gräber und Keramikscherben entdeckt und 1959 publiziert. Ab den späten 60er gab es umfangreiche Bauarbeiten, die ab 1972 vom Ehepaar Neumair begleitet wurden - damals zunächst noch illegal durch eine Grabung im Keller des Philippschlosses. Im Spätherbst wurden dem Landesamt dann Beweise für archäologische Befunde vorgelegt und weitere Baumaßnahmen bis 1978 könnten von Grabungen begleitet werden. 1994 war es wieder Erwin Neumair, der, zusammen mit einer Grabungsfirma, beim Bau einer Tiefgarage noch einige Befunde untersuchen konnte. Ohne den Verdienst Neumairs wäre sicherlich nahezu alle diese Funde und Befunde heute zerstört.
Der Domberg selbst ist 450m lang und 260m breit, wobei die besiedelte Fläche 3,5 bis 4 ha entspricht. Der höchste Bereich liegt im Süden und drei Terrassen im Westen, Norden und Osten. Umflossen wird er von der Moosach. Die bedeutensten Funde sind ein komplettes Brotlaibidol sowie Bruchstücke eines solchen, ein Trensenknebel und Bernsteine.

Beim Frauenberg begann die Forschungsgeschichte bereits 1808 mit Kleinfunden und ab 1909 durch Grabungen. 1966 erfolgte die erste gut dokumentierte Ausgrabung. 1990 bis 1999 dann Rettungs- und Forschungsgrabungen.
Der Frauenberg hat eine Ausdehnung von 450 auf 150m und eine Siedlungsfläche von rund 7ha. Die natürliche Begrenzung bilden steile Felshänge im Südwesten und Nordosten.
Als wichtigste Funde zählen ebenso ein Brotlaibidol, ein goldener Schleifenring und ein Trensenknebel.

Vergleicht man nun beide Siedlungen, sind sie sich recht ähnlich. In beiden Siedlungen beginnt die Besiedelung in der frühen Bronzezeit und dünnt, nach derzeitigem Kenntnissstand, aus. Das Fundmaterial ist erstaunlich ähnlich, was auf enge Beziehungen der Siedlungen untereinander hinweist. Die Trensenknebel, sowie Funde von Pferdeknochen zeigen eine Domestiezierung von Pferden und sogar, dass diese beritten wurden, was für die damalige Zeit eine enorme Leistung war. Auch weite Handelsbeziehungen sind offensichtlich vorhanden.

Obgleich die Vorraussetzungen bei beiden Siedlungen sehr unterschiedlich sind, wurden jeweils bislang nur kleinere Flächen archäologisch untersucht. Beim Frauenberg ist praktisch das gesamte Areal noch weitgehend ungestört, beim Domberg weitgehend überbaut. Erstaunlich ist hierbei, dass dennoch sehr hochwertige Funde gemacht werden konnten. Beim Domberg dürften  schon sehr viele Funde verschwunden sein, beim Frauenberg nur noch nicht entdeckt. Gerade deswegen muss zukünftig ganz genau hingesehen werden, sollten Baumaßnahmen auf dem Domberg anstehen. Der Archäologische Verein sieht sich hier in der Pflicht.

Die Diskussionsrunde im Anschluß an den Vortrag zeigte abermals das große Interesse am Thema. Das Resumee des Vortrages ist nur eine Momentaufnahme. Das die Besiedlung am Domberg zur mittleren Bronzezeit aufhört kann schnell widerlegt werden, wenn bei zukünftigen Grabungen Funde dieser Zeit auftreten. Ein Zuhörer fragte sich, wie man damals wohl das Wasser auf den Domberg brachte, was aber laut Bachmeier beispielsweise mittels Ochsen kein Problem war.



Bild: Brotlaibidol vom Domberg


- 4.12.2014 -

Online-Funddatenbank in Arbeit

Lange wird von Archäologen, Wissenschaftlern, Studenten und Interessierten bereits ein besserer Zugang zu den Archiven gefordert und das am besten möglichst einfach. Unter Federführung von Florian Bachmeier wird nun ein erster Schritt gemacht. Die bedeutendsten Fundobjekte werden abfotografiert und zusammen mit Detailinformationen in eine Datenbank eingepflegt. Diese kann dann über unsere Homepage abgerufen werden. Zu den Objekten kann dann aktiv Wissen beigesteuert und dort eingetragen werden. Es ist geplant, die erste Datenserie bereits Anfang 2015 bereitzustellen. Das Gesamtprojekt allerdings wird geraume Zeit in Anspruch nehmen. Zudem ist die Datenbank einer ständigen Aktualisierung unterworfen.  


- 30.11.2014 -

Bücher abholen!

Beim Vortrag am kommenden Mittwoch und bei der Ausstellungsöffnung am 7.12. besteht für Mitglieder letztmalig die Möglichkeit, ihr Heft 12 bei uns abzuholen, bevor wir es verpacken und versenden. Bitte bedenken Sie, dass uns hohe Kosten durch Verpackungsmaterial und Porto entstehen. Nicht abgeholte Bücher werden, wie gewohnt, spätestens zum 24.12. bei Ihnen sein! Aus organisatorischen Gründen werden auch Exemplare für Büchertausch etc. erst dann verschickt.

 


- 24.11.2014 -

Der Freisinger Domberg im Fokus - Vortrag von Florian Bachmeier

Am 3.12.2014 spricht Florian Bachmeier, angehender Archäologe, in der Klosterbibliothek am Landratsamt Freising um 19:30. Das Thema lautet:  Die bronzezeitlichen Höhensiedlungen Domberg und Frauenberg und ihr Kontext. Die Bronzezeit im Landkreis ist ,nicht zuletzt durch die Diskussion über die Goldfunde von Bernstorf derzeit ein sehr gefragtes Thema. Die Funde vom Freisinger Domberg, einer einst bedeutenden Höhensiedlung, wurden allerdings dadurch zuletzt nur wenig beachtet, obgleich es sich um eine beachtliche Masse an hochwertigem Fundmaterial handelt. Im Vortrag werden zunächst Höhensiedlungen allgemein beschrieben. Danach wird detailliert auf den Domberg und den Frauenberg hinsichtlich Lage, Funde und Funde in der Umgebung , sowie wissenschaftliche Untersuchungen eingegangen. Diese Beschreibung wird dann zusammengefasst und gegenübergestellt. Insbesondere beleuchtet der Referent noch aktuelle Erkenntnisse zur Erforschung der Brotlaibidole. Der Eintritt ist wie immer frei! Weitere Informationen finden sie unter www.archaeologischer-verein-freising.de


Bild (Poschner): Tasse vom Domberg


- 19.11.2014 -

Indizien für die Echtheit des Bernstorfer Goldes fehlen
- Prof. Pernicka füllt Hörsaal bis auf den letzten Platz 

In den Medien machte, ironischerweise seit dem Tag des Festaktes zum 25-Jährigen Vereinsjubiläum, die Nachricht die Runde, dass das Bernstorfer Gold, sowie auch die Bernsteine womöglich eine Fälschung seien. Das Thema schaukelte sich daraufhin immer weiter hoch und sogar das Fernsehen und die Radiosender berichteten.
Vor einigen Jahren hat bereits Prof. Rüdiger Krause über seine Grabungen in Bernstorf berichtet. Das Resultat aus diesem Vortrag kann man kurz und knapp mit "Kein Fürst, Keine Stadt, Keine Funde" betiteln. Krause erwähnte damals, dass man weitere Grabungen und Untersuchungen abwarten müsse, bevor man Näheres sagen könne. Der Archäologische Verein versprach in diesem Zuge, sobald es Neues gibt abermals in Form eines Vortrages zu informieren. Aus der Tatsache, das die Vorstandschaft die Ansicht vertritt, das ein Museum, wie in Kranzberg errichtet, erst gebaut werden solle, wenn die Ergebnisse zu einem solchen Fund klar vorliegen und jegliche Zweifel so gut wie möglich ausgeräumt sind, wurde noch nie ein Hehl gemacht. So war es selbstverständlich, dass auch Forschungsergebnisse, die auf eine Fälschung hindeuten, sachlich, in Form eines Vortrages erläutert werden müssen.
Am 17.11. war es dann auch soweit und Prof. Ernst Pernicka referierte im voll besetzten Hörsaal FH14 an der Hochschule Weihenstephan. Der Vortrag begann mit der Himmelsscheibe von Nebra. Um deren Echtheit und die Herkunft der verwendeten Metalle zu bestimmen wurde ein Aufwand betrieben, der seinesgleichen sucht. Vorwürfe, die Scheibe sei eine Fälschung, konnten widerlegt werden. Beispielsweise zeigte das Erdreich im Bereich der Raubgrabung und im Umfeld eine stark erhöhte Konzentration an Metallspuren, was beweist, das hier tatsächlich die Lagerstätte des Fundes war. Spannend  auch die Herkunftsanalysen der verwendeten Metalle, deren Abbaugebiete in verschiedenen Teilen Europas liegen. Bei den Analysen sind minimalste Abweichungen der Konzentration diverser Elemente im Metall ausschlaggebend und feinste Unterschiede im Gehalt oft schon eine Welt. Ein Richter hat nach all diesen Untersuchungen getitelt: "Die Himmelsscheibe ist nun echter als echt!".
Mit großer Spannung fieberten die Zuhörer den Ausführungen Pernickas zum Bernstorfer Gold entgegen. Die Aussage, das Gold hätte eine so enorme Reinheit, da es aus Ägypten stammt, lies sich nicht halten. Der Sarg des Echnaton diente den Untersuchern damals als Vorbild und dieser stammt aus dem Kunsthandel und muss daher mit Vorsicht genossen werden. Vergleichsproben von Ägyptischem Gold verschiedener Fundorte zeigten eine weit geringere Reinheit. Die Methode der Zementation, mit der Gold ab etwa 600 v.Chr. bearbeitet wurde, erbrachte in Versuchen auch kein befriedigendes Ergebnis, dass die Reinheit des Bernstorfer Goldes belegen würde. Zwar kann hierdurch der Silbergehalt im Gold stark reduziert werden, aber das Kupfer zeigt eine deutlich höhere Konzentration als bei den Bernstorfer Funden. Zudem wäre es auch nicht sinnvoll gewesen, damals so ein Verfahren durchzuführen, da man eine so hohe Reinheit erstens optisch gar nicht erkannt hätte und zweitens soviele Zementations-Durchgänge benötigt hätte, dass es als Verschwendung angesehen worden wäre. Bei jedem Durchgang geht nämlich auch ein Teil des Goldes verloren. Im Vergleichsdiagramm ähnelte das Bernstorfer Gold frappierend modernem Industriegold. Auch im Bezug auf die Umhüllungen deuten die Messergebnisse darauf hin, dass diese nach 1950 entstanden sind. Die "Erdknödel", die angeblich als Ummantelung der Funde gedient haben, hätten sich nicht über solange Zeit halten können. Jeder kann selbst Erdknödel machen und einen Versuch starten, wie lange sie sich unter verschiedensten Bedingungen erhalten. Letztendlich waren es 15 untersuchte Punkte, die Pernicka vorlegte. Das eindeutige Ergebnis war, das keines dieser Indizien darauf schließen lässt, dass es sich um einen alten Fund handeln würde. Was dies letztendlich für einen Gesamtrückschluss auf den Fundkomplex an sich zulässt, muss jeder selbst beurteilen. Pernicka fordert jedenfalls weitere und noch eingehendere Untersuchungen. Beispielsweise wird am Bundesamt für Materialanalyse derzeit eine Schiedsuntersuchung des Goldes durchgeführt. In der Diskussionsrunde wurden viele fachliche Fragen gestellt, die teilweise auf Möglichkeiten abzielten, warum ein alter Fund so geartet sein könnte. Auch hier war das Resultat wieder eindeutig. Es gibt Nichts, was dafür spricht, obgleich in der Wissenschaft kaum eine These unangreifbar ist.

Pernicka erntete tosenden Beifall und erhielt vom Archäologischen Verein das Buch von Mark Bankus über den Freisinger Domberg als kleines Geschenk überreicht.



 


-12.11.2014 -

Vortrag: "Archäologie - Eine Einführung"

Alexander Veling, der Vortragende am 3. November in der Klosterbibliothek Freising, ist Mitglied des Archäologischen Vereins und als Beisitzer Teil der Vorstandschaft. Seit 2009 studiert er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Vor- und Frühgeschichte, Provinzialrömische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte und wird sein Studium voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres mit dem Magister abschließen. Neben mehreren Grabungen war er an der Gestaltung des Landshuter archäologischen Höhenwanderweges beteiligt. Zuletzt war er an der Konzipierung und Umsetzung des zweiten Raums der Ausstellung des Archäologischen Vereins im Depot beteiligt.

„Was ist Archäologie, wie arbeiten Archäologen und warum tun sie das?“ Diese und andere Fragen wurden im Rahmen des Vortrages mit dem Titel „Archäologie – Eine Einführung“ besprochen, die Bereiche der Archäologie umrissen und archäologische Arbeitsprozesse erläutert. Der Vortrag lieferte einen Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte vor, während und nach einer Ausgrabung. Auch für das zum Teil sehr grabungs-erfahrene Publikum stieß der Vortrag auf großes Interesse, was die anschließende angeregte Diskussion verdeutlichte. Vor allem die rechtliche Lage in Bayern und der Umgang des Landesamtes für Denkmalpflege warfen Fragen auf.

Text: Maria Meßner


- 9.11.2014 - 

Ausflug ins Zeitalter der Hellenen

Am vergangenen Samstag machten sich rund 35 Mitglieder des Archäologischen Vereins und Interessierte auf nach Manching zur Ausstellung "Das goldene Antlitz des unbekannten Makedonenkönigs". Die Gruppe erwartete eine spannende Führung von Maria Messner, die nicht nur im Kelten-und Römermuseum arbeitet, sondern auch Beisitzerin im Vorstand des Vereins ist.

In den reich bestückten Vitrinen erregten zahlreiche Fundstücke die Aufmerksamkeit der Betrachter. Aus einem Knabengrab spätarchaischer Zeit stammen die Zentralobjekte der Ausstellung, nämlich eine goldene Totenmaske und eine goldene Hand. Dazu gesellen sich Schmuckstücke aus Gold und Silber sowie Keramiken unterschiedlicher Art. Messner erläuterte die einzelnen Stücke, so das sich die Besucher eine bildhafte Vorstellung vom Leben der damaligen Zeit machen konnten. Neben dem Knabengrab war auch das Grab der sogenannten "Kleinen Prinzessin" zu sehen, die in ihrem Inventar typisch weibliche Keramik- und Schmuckobjekte als Beigaben mit ins Grab bekommen hat. Aus der Zeit der Helenen stammt der Goldschatz von Tremnik, der in seiner Verarbeitung und Machart von bereits viel höherer Qualität ist, als die spätarchaischen Funde. Meisterlich wurde das Gold damals bereits verarbeitet. Gar heimatlich muteten dagegen Funde aus keltischen Gräbern an, die aus dem gleichen Ausgrabungskontext stammen, wie die anderen Gräber. Womöglich handelte es sich um keltische Söldner aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, die man nach ihrem Tod ebenfalls in diesem Friedhof bestattete.

Im Anschluss an die Führung bestand noch die Möglichkeit, die Dauerausstellung zu bewundern, die ebenfalls immer einen Besuch wert ist. Auf der Rückfahrt wurde noch gefachsimpelt und ein gelungener Tag ist langsam ausgeklungen. Wir bedanken uns nochmals herzlich bei Frau Messner für die interessante Führung!



Foto (Scheidl): Maria Messner (links) mit einem Teil der Ausflugsgruppe
Text: Scheidl


- 29.10.2014 -

Prof. Ernst Pernicka kommt!

Wieder einmal ist der Goldfund von Bernstorf in den Schlagzeilen. Diesmal deuten wissenschaftliche Ergebnisse auf eine Fälschung hin. Professor Ernst Pernicka hat die Untersuchungen hierzu durchgeführt. Am 17.11.2014 referiert er im Hörsaal FH14 im Löwengebäude an der FH Weihenstephan, auf Einladung des Archäologischen Vereins Freising zum Thema: "Bronzezeitliches Gold - Echtheitsprüfung und Herkunftsbestimmung am Beispiel der Himmelsscheibe von Nebra und des Fundes von Bernstorf". Beginn der Veranstaltung ist um 19:30. 

Erstmals wird der Vortrag auf Video aufgenommen und im Anschluß auf unserer Homepage präsentiert!


Prof. Ernst Pernicka

 


- 25.10.2014 -

25 Jahre Archäologischer Verein Freising - Ein Grund zum Feiern!

Der Archäologische Verein im Landkreis Freising wurde vor 25 Jahren gegründet. Außerdem ist das neue Heft 12 erschienen, sowie die neu gestaltete Dauerausstellung eröffnet worden. Dies wurde am vergangenen Freitag, im Rahmen eines Festaktes im Marstall des Landratsamtes gebührend gefeiert.
Eigentlich war als weiterer Höhepunkt die Ernennung von Anne und Erwin Neumair zu Ehrenvorsitzendem und Ehrenmitglied geplant, was aber. aufgrund einer Erkrankung Neumairs leider nicht möglich war. Über ein Grußwort, das tosenden Beifall erntete, zeigten Anne und Erwin Neumair ihre Anerkennung für die in den letzten Monaten geleisteten Arbeiten und drückten damit auch ihre tiefe Verbundenheit mit dem Verein, sowie der Geschichte des Landkreises aus. Ohne ihr Wirken wäre die Landkreisarchäologie nicht auf dem heutigen Stand.
Auch der 1. Vorsitzende, Scheidl Lorenz, würdigte in seiner Ansprache diese Verdienste. Die Auffassung Neumairs, dass ein archäologisches Museum unbedingt notwendig ist, teilt auch er. Zwar ist, mit der neuen Dauerausstellung, nun ein Meilenstein in der Fundpräsentation erreicht worden, jedoch ist es noch ein weiter Weg bis ans Ziel. Das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, die an der Entstehung des neuen Buches, der Ausstellung und der Archivierungsarbeiten beteiligt waren und sind, sucht seinesgleichen. Besonders zu Würdigen ist hierbei die Arbeit von Anne und Erwin Neumair, Franz Then, Bruno Poschner, Erich Ludwig, Albert Sigl, Alfred Ballauf, Reinhard Wittig, Maria Messner, Florian Bichlmeier, Florian Bachmeier, Alexander Veling, Frau und Herr Künne, Fritz Ott und Hans Gumberger.
Als Vertreterin des Landrats trat Frau Mooser Niefanger auf. Sie würdigte in ihrer Ansprache die Arbeit des Vereins und betonte die Wichtigkeit dieser Arbeit. Das Grabungen durch Ehrenamtliche auch heute noch sehr wichtig sind, zeigte sich sehr deutlich. Es ist Außergewöhnlich, was in den letzten 25 Jahren geleistet wurde. Den Neumairs sprach sie, im Namen des Landkreises ihre Hochachtung für das Geleistete aus.
Dr. Bernd Englhardt begeisterte zum Abschluss mit einer Festrede. Zunächst hat er überlegt, ob er für den kurzfristig ausgefallenen Dr. Stefan Winghart einspringen soll, dann aber fiel die Entscheidung doch nicht so schwer. In der Vergangenheit gab es mit ihm eine sehr enge Zusammenarbeit bei Grabungen und der anschließenden Begutachtung und Auswertung des Fundgutes. Die Auffassung vieler Kollegen, dass eine Grabung durch Ehrenamtliche nicht zufriedenstellend durchführbar ist, teilt er keinesfalls. Die Dokumentationsweise des Vereins ist zwar nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik, doch kann damit eine vernünftige Auswertung der Grabungen erfolgen. Zudem, wer hätte all die Grabungen durchführen sollen, zur damaligen Zeit? Die Funde und Befunde wären heute bereits verloren, wenn man die Erosion bedenkt. Auch zukünftig wünscht er sich, dass der Verein wieder Grabungen durchführen darf und so noch das Ein- oder Andrer Bodendenkmal vor der Zerstörung retten wird.  Im Laufe des Vortrages beleuchtete Englhardt einen der wichtigsten Funde des Vereins, nämlich den Hochzeitsbecher von Murr etwas genauer und erklärte die Darstellung von Mann und Frau und die Bedeutung dieses Fundes. Er legt, seines Erachtens, Beziehungen zum unteren Donauraum offen, wo es Funde gibt, die an dieses singuläre Objekt anlehnen. Auch auf die Brotlaibidole ging er näher ein und erläuterte einige Ausgrabungen, bei denen solche Objekte aufgetaucht sind. Eine Erklärung, für was diese besonderen Tonobjekte letztendlich gedient haben kann auch er nicht liefern.
Die Veranstaltung wurde von Musik der Gruppe "Die Furtners" untermalt und durch ein Buffet der Biobäuerin Eva Braun aus Dürneck abgerundet. Im Anschluss an die Feierlichkeiten nutzen die Gäste noch die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen, wo Viele noch Stunden verbrachten und die Funde bestaunten.
Für die Öffentlichkeit besteht ab sofort an jedem 1. Sonntag im Monat von 9-13:00 die Möglichkeit die Ausstellung zu besuchen. Das neue Heft 12 kann in der Ausstellung von Mitglieder kostenlos angeholt und von Nichtmitgliedern für 10€ erworben werden.

 


- Samstag, 25.10.2014 -

Rekordverdächtige Steinaxt gefunden!

Am Nachmittag vor der Jubiläumsfeier des Archäologischen Vereins war das langjährige Mitglied, Alfred Ballauf, wie sooft auf den Feldern  im westlichen Landkreis unterwegs. Auf einem Acker bei Günzenhausen hat er in der Vergangenheit schon oft bronzezeitliche Keramik aufgelesen. Auch Erwin Neumair war hier schon erfolgreich und fand ein bronzezeitliches Schälchen, das bereits in den Ausstellungsräumen ausgestellt ist. Als Ballauf auf dem frisch abgeernteten Kartoffelacker den Boden absuchte, fiel im ein länglicher Gegenstand auf, der sich, nach näherer Begutachtung als Steinaxt entlarvte. Das durchbohrte Objekt hat eine stattliche Länge von 23 Zentimetern und ist aus Amphibolit gefertigt. Die Axt dürfte mit dieser immensen Größe das größte Steinbeil im Fundus des Vereins sein. Die Datierung solcher Werkzeuge ist nicht ganz einfach, da Steinbeile von der Jungsteinzeit bis weit in die Bronzezeit Verwendung fanden. Allerdings kann man, aufgrund der Machart und im Hinblick auf die bislang rein bronzezeitlichen Lesefunde davon ausgehen, dass die aufgefundene Axt etwa in einen Zeitraum zwischen Endneolithikum bis in die Bronzezeit einzuordnen sein dürfte. Alfred Ballauf überlässt das Fundobjekt dankenswerterweise der Sammlung des Landkreises Freising, wo es in den nächsten Wochen in die Dauerausstellung integriert wird.

 Fotos(Scheidl): Alfred Ballauf und seine Riesen-Steinaxt
 

 


- Mittwoch, 15.10.2014 -

Archäologische Funde in neuem Gewand
Neu gestaltete Dauerausstellung wird eröffnet

 Seit Monaten haben die freiwilligen Helfer des Archäologischen Vereins im Landkreis Freising fieberhaft an der neu gestalteten Dauerausstellung gearbeitet. Am kommenden Freitag wird sie nun feierlich eröffnet. Zum Festakt am 24. Oktober sind alle Mitglieder herzlich eingeladen. Sie erwartet ein Festvortrag von Herrn Dr. Bernd Engelhardt zum Thema Brotlaibidole, ein Buffet und musikalische Begleitung. Für die Öffentlichkeit besteht am Samstag den 25. Oktober und am Sonntag den 26. Oktober, jeweils von 10:00 bis 17:00 die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen. Danach sind die Räumlichkeiten jeweils am ersten Sonntag des Monats von 9:00-13:00 zugänglich. Mitglieder des Vereins stehen für Fragen gerne zur Verfügung. Die Ausstellung befindet sich im Landratsamt Freising. Der Eingang ist gegenüber dem Marstall.

 Die Landkreisgeschichte wird in zwei Räumen präsentiert. Im ersten Raum beginnt die Zeitreise mit der Jungsteinzeit und endet mit der Bronzezeit. Zu sehen sind viele Funde, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Beispielsweise der Schädel eines Münchshöfener Skeletts von Zieglberg, Keramik und Schmuck aus einem bronzezeitlichen Grab von Wang, oder ein erst jüngst entdecktes Idol aus Wippenhausen. Abgerundet wird dieser Raum durch eine Figurengruppe der Münchshöfener Kultur, die in Lebensgröße und zeitgenössischer Kleidung nachgebildet wurde und das Modell eines jungsteinzeitlichen Langhauses.

 Der zweite Raum zeigt Funde von der Römerzeit bis hin zur Neuzeit. Besonders erwähnenswert sind hier der awarische Schmuck von Mauern-Alpersdorf, römische Keramik - und Metallfunde, sowie zahlreiche mittelalterliche Kleinfunde, wie Spielsteine, Würfel und Schmuck. Auch die Keramik vom Moosburger Setzbräu ist zu sehen. Das neue Heft 12 des Vereins kann von Mitgliedern kostenlos abgeholt und von Nichtmitgliedern erworben werden!

Der archäologische Verein freut sich über zahlreiche Besucher! Weitere Informationen zur Ausstellung und Veranstaltungen wie Fahrten oder Vorträge finden sie auf unserer Homepage unter www.archaeologischer-verein-freising.de

 
                                        Foto (Scheidl): Münchshöfener Figurengruppe


- Samstag, 23.08.2014 -

 Neues vom Haager Weiher

Am 12.08. erhielt der 1. Vorsitzende, Lorenz Scheidl, einen Anruf von Herrn Wegler, der zusammengehörige Keramikscherben aufgelesen hat, die bei Baggerarbeiten am Rande des Haager Weihers zu Tage getreten sind. Bei einem sofortigen Ortstermin konnten zwar keine weiteren Funde gemacht werden, jedoch deutet die Auffindesituation auf eine Abfallgrube oder Deponierung in diesem Bereich hin. Die Scherben gehören zu einer Schale aus dem 15.-16. Jahrhundert. Das Gefäß befindet sich nun im Depot des Landkreises und ist nahezu zur Hälfte erhalten und kann somit restauriert werden. Dieser neuerliche Fund ist, nach der Entdeckung der mittlerweile 72 bronzezeitlichen Spangenbarren in den letzten Jahrzehnten, ein weiterer guter Grund, Arbeiten dort genauer zu beobachten.


  Gefäß vom Haager Weiher, Foto: Scheidl

 

 


- Montag, 7.7.2014 -

Arbeiten im Depot und an der Ausstellung laufen auf Hochtouren

Mit Hochdruck wird derzeit an der Ausstellung im Depot gearbeitet. Auch die Archivierung der Funde kommt sehr gut vorran. Das neue Ausstellungskonzept bietet einen Rundgang durch die Vor- und Frühgeschichtlichen Epochen, untermalt von vielen Funden, die teilweise das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Raum 1 zeigt Die Jungsteinzeit und die Bronzezeit. Hier stellt der Verein bedeutende Funde wie den Hochzeitsbecher von Murr, die Münchshöfener Bestattung von Zieglberg oder das bronzezeitliche Riesengefäß von Mauern aus. Die Funde vom Freisinger Domberg kommen natürlich auch nicht zu kurz. Präsentiert wird das Ganze in 10 Vitrinen und auf vielen Schautafeln. Eine Nachbildung der Menschengruppe, die auf dem Hochzeitsbecher zu sehen ist, in Lebensgröße und mit rekonstruierter Kleidung, sowie ein Modell eines jungsteinzeitlichen Hauses lassen das Leben unserer Vorfahren noch eindrucksvoller nachempfinden.

Raum 2 widment sich dann ganz dem Zeitraum von den Römern bis in die Neuzeit. Präsentiert werden, unter anderem, die fantastische Keramik vom Moosburger Setzbräu, der awarische Schmuckfund von Mauern und das Grab der Römerin Siora.

Die Eröffnung der Ausstellung ist für September/ Oktober geplant. Näheres erfahren sie natürlich rechtzeitig an dieser Stelle!

 


 

- Montag, 14.04.2014 -

Wandern auf den Spuren unserer Vorfahren - Landkreisfahrt zu Bodendenkmälern begeistert Teilnehmer

Auf eine abwechslungsreiche Fahrt zu Bodendenkmälern im Landkreis Freising lud der Archäologische Verein am vergangenen Wochenende ein. Zunächst stand ein Besuch der aktuellen Ausgrabung in Rehbach bei Gammelsdorf auf dem Programm. Nach einer kleinen Wanderung durch die malerische Gegend und eine kurze Erklärung von Hans Gumberger zum Bentonitabbau zeigte Grabungsleiter Markus Wild zunächst einige Funde. Das Fundmaterial stammt nahezu komplett aus der Oberlauterbacher Kultur, die der mittleren Jungsteinzeit zugeordnet d und in den Zeitraum 5000 bis 4300 v.Chr datiert wird. Aufgefunden wurden vor allem Gefäßfragment, bei denen erwartungsgemäß der Großteil zu groben und unverzierten Vorratsgefäßen gehört. Die verzierte Feinkeramik ist aber auch mit beachtlich vielen Fundstücken vertreten. Diese zeigen die typische Ritz-, und Geißfußverzierung. Weiteres Fundmaterial besteht aus Steinwerkzeugen, vor allem Silexklingen, verziegeltem Material, etwas Birkenpech, das vielseitige Verwendung fand, aber nur wenige Knochen. Letztere haben sich aufgrund der Bodenzusammensetzung kaum erhalten. Bei einer Führung über die Grabungsfläche erklärte Wild die Befunde. Beachtenswert sind vor allem die Hausgrundrisse, die sehr gut erkennbar sind. Daneben liegen Arbeitsgruben, Lehmentnahmegruben und ein Brunnen. Durch die Erläuterungen konnten sich die Teilnehmer gedanklich in die Jungsteinzeit zurückversetzen.

Nach diesem lehrreichen Vormittag ging es weiter zum Alten Wirt, wo eine Mittagspause eingelegt und nebenbei über Archäologie gefachsimpelt wurde. Das erste Ziel am Nachmittag war dann der mittelalterliche Turmhügel in Aiterbach. Dieses imposante Bauwerk musste zunächst erklommen werden und wurde dann von Hans Gumberger erklärt. Ein imposantes Graben-Wall-System umgab den eigentlichen Turmhügel, auf dem die damalige Adelsfamilie ihren Sitz hatte. Der Blick, den man im Mittelalter über des Ampertal und die Umgebung hatte, konnte man nur noch erahnen, da das Bodendenkmal heute dicht bewaldet ist. Ein kleiner Fußmarsch brachte die Teilnehmer dann zum nahen Kalvarienberg, einem Kreuzweg aus dem Jahre 1845. Besonders beeindruckend waren hier die drei überlebensgroßen Kreuze am Gipfel und die davor liegenden Grabkammern, die sehr aufwendig gearbeitet wurden. Diese Station der Fahrt zeigte anschaulich, welchen großen Stellenwert der christliche Glaube zu dieser Zeit hatte.

Den Abschluss der Tour machten vorgeschichtliche Grabhügel bei Tüntenhausen. Die Hügelgrabgruppe ist bereits ziemlich abgeflacht und nur durch ihre Lage im Wald noch erhalten. Wenn man sich den enormen Durchmesser ansieht, kann man gut erahnen, wie mächtig diese einst waren. Deutlich erkennbare Krater auf den Gräbern weisen auf eine Beraubung der Gräber hin. Was die Grabräuber fanden, wird man wohl nie erfahren. Auch wer in diesen Gräbern seine letzte Ruhe gefunden hat ist unklar und könnte nur durch Grabungen herausgefunden werden. Laut Gumberger datieren die Hügelgräber allgemein in die Vorgeschichte, dürften aber wohl bronzezeitlich sein. Üblich war es damals nicht selten, dass mehrfach in den Hügeln bestattet wurde. Selbst Nachbestattungen in späterer Zeit sind nachgewiesen. Mit diesen Eindrücken wurde die Fahrt beendet und Hans Gumberger erntete seinen verdienten Beifall für die Organisation und Durchführung.



Markus Wild erklärt eine jungsteinzeitliche Grube in Rehbach (Foto Scheidl)

 


 

 

- Mittwoch, 2.04.2014 -

Anne und Erwin Neumair nicht mehr im Vorstand des  Archäologischen Vereins – eine Ära geht zu Ende!
(von Franz Then)

Mit einem Paukenschlag begann die Jahreshauptversammlung des Archäologischen Vereins: Lorenz Scheidl, bisheriger zweiter Vorsitzender, verlas ein Grußwort Erwin Neumairs (siehe hinten). Darin erklärte dieser, dass er aus gesundheitlichen Gründen – er hatte gerade eine sehr schwere Operation überstanden – nicht mehr für den Vereinsvorsitz kandidieren werde. Und auch seine Frau Anne erklärte mir in einem persönlichen Gespräch, dass sie nicht den Eindruck erwecken wolle, weiterhin als Beisitzerin der verlängerte Arm ihres Gatten im Vorstand zu sein. Daher verzichtete auch sie auf eine erneute Kandidatur. Damit aber geht eine Ära zu Ende: beide waren sie Gründer und Erwin Neumair war seitdem ununterbrochen erster Vorsitzender, Seele und Motor des Archäologischen Vereins im Landkreis Freising.

Aber Erwin Neumairs Ruf als Bodendenkmalpfleger und versierter Archäologe ging weit über die Landkreisgrenzen hinaus, wie eine kleine Anekdote zeigt. Ein weitläufig Bekannter von mir wollte sich vor ein paar Jahren als Schatzsucher mit Hilfe einer elektronischen Sonde betätigen. In entsprechenden Magazinen suchte er nach Händleradressen, er entschied sich für einen Anbieter aus dem Ammerseegebiet. Bevor dieser ihm Wirkungsweise und Vorzüge des Geräts demonstrierte, fragte er ihn vorweg,wo er denn herkomme. Als der Befragte ihm erklärte, dass er aus Freising komme, riet ihm der Händler eindringlich: „Dann lass dich bloß nicht vom Neumair erwischen!“ Der Schatzsucher in spe erwarb das Gerät trotzdem, er wurde im Wald von Oberberghausen auch zweimal fündig: einmal grub er aus 10 cm Tiefe eine verirrte Kugel aus einem Jagdgewehr aus, das andere Mal einen verrosteten Nagel. Vermutlich hat er danach weitere Versuche aufgegeben.

Immerhin zeigt diese kleine Geschichte, dass man bis weit ins Oberland den Neumairs Achtung und Respekt zollte. Und den hatte sich das Archäologenehepaar auch in Kreisen der Wissenschaft erworben. Man denke nur an all die Koryphäen, die entweder Zeugen der Vergangenheit bargen, interpretierten und bearbeiteten, oder aber als Referenten der Einladung des Vereinsvorsitzenden folgten und ein riesiges Publikum begeisterten. Stellvertretend seien hier nur genannt: Prof. Lüning, Prof. Spindler, Prof. Zink. Und gerade die Zusammenarbeit mit den Universitäten und Wissenschaftlern war und ist eines der Hauptinteressen Erwin Neumairs. Und deshalb bleiben dem Verein – auch wenn er aufgrund seltsamer Entscheidungen des Landesdenkmalamtes nicht mehr unmittelbar graben kann – weiterhin wichtige Aufgaben bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung des immensen Fundgutes im Depot des Landratsamtes. Aber auch wenn Anne und Erwin Neumair in Zukunft nicht mehr aktive Mitglieder des Vorstandes sein werden, auf ihren Rat und ihre Unterstützung muss der Archäologische Verein dennoch nicht verzichten. Wie nicht anders zu erwarten, wurde in der Jahreshauptversammlung der Antrag gestellt, Anne Neumair zum Ehrenmitglied und Erwin Neumair zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen! Und so bleibt uns nur mehr eines: Anne und Erwin Neumair herzlich zu danken für die unglaublich brillante Arbeit, die sie geleistet haben. Ohne die beiden gäbe es weder einen Archäologischen Verein im Landkreis Freising, noch gäbe es das mittlerweile recht umfassende Wissen um die Bedeutung Freisings im Neolithikum, in der Bronzezeit, in der Römerzeit, im Mittelalter und in der Neuzeit. Anne und Erwin Neumair: vielen Dank.



 

- 29.03.2014 -

Die neuen Mitglieder der Vorstandschaft stellen sich vor

Vier neue Gesichter sind nach den Neuwahlen nun Teil der Vorstandschaft. Hier stellen sie sich kurz vor.

Beisitzer Florian Bichlmeier




Florian Bichlmeier ist 30 Jahre alt und Jurist. Der Moosburger ist seit 1999 im Archäologischen Verein Freising tätig und langjähriger Mitarbeiter beim Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege.


Beisitzer Alexander Veling




Ich bin Archäologiestudent, bringe ein breit gefächertes Fachwissen mit und möchte mich daher in allen Bereichen des Archäologischen Vereins Freising beratend einbringen. Einen Schwerpunkt setze ich im Bereich der Projektgruppe Museum, in der mich vor allem Konzeption, Gestaltung und die fachspezifischen Aspekte der geplanten Ausstellung interessieren. Aufgrund der eigenen Spezialisierung interessieren mich außerdem Spätantike, Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter im Landkreis Freising.


Beisitzer Reinhard Wittig:




Der gebürtige Franke ist am 30. April 1945 geboren. Wohnhaft ist er in München, hat zwei Töchter und 2 Enkelsöhne. Nach Schul- und Berufsausbildung war er immer in Werbung/Verkaufsförderung und Marketing tätig. (Werbeagentur S-Reklame - BMW Werbeabteilung - 41 Jahre bei Inter Triumph Marketing GmbH ) Seit 1972 in leitenden Funktionen. Seit 2008 Rentner. 


Beisitzerin Maria Meßner




Mein Name ist Maria Meßner und ich bin 1984 in Attenkirchen geboren. Nach dem Abitur am Camerloher Gymnasium Freising 2004 und einem Freiwilligen Sozialen Jahr an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte habe ich im Oktober 2005 mein Studium an der LMU München in den Fächern Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Spätantike/Byzantinische Kunstgeschichte begonnen. Mit einem Auslandssemester an der La Sapienza in Rom schloss ich im Frühjahr 2011 mein Studium erfolgreich ab. Bereits während meines Studiums habe ich ein Praktikum am kelten römer museum manching gemacht und dort bis zu meinem Abschluss vor allem im Bereich Pädagogik gearbeitet. Nach meinem Abschluss 2011 bekam eine unbefristete Vollzeitstelle angeboten. Neben meiner Tätigkeit im kelten römer musuem schreibe ich an einer Promotion in den Fächern Klassischer Archäologie und Provinzialrömischer Archäologie.

Durch meine Aufgabenbereiche und Tätigkeit im Museum kann ich den Archäologischen Verein durch meine Erfahrung und Kenntnis in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungkonzeption und –gestaltung, sowie Jugendarbeit unterstützen. Außerdem stehe ich mit meinem Fachwissen zur Verfügung.

 


- Freitag, 28.03.2014 -

Funde, die es nicht geben dürfte – Vortrag von Dr. Stäuble über Neues aus bandkeramischen Brunnen

Im Rahmen der Hauptversammlung referierte Dr. Stäuble aus Dresden über die neuesten Erkenntnisse, die man aus der Ergrabung bandkeramischer Brunnen machen konnte. Diese sehr seltene Befundgattung zeichnet sich durch Erhaltungsbedingungen aus, die ähnlich denen in Feuchtbodensiedlungen sind. Das heißt, dass sich auch organische Funde erhalten konnten. Erstaunlich gut haben sich dabei die Hölzer erhalten, die zum Brunnenbau verwendet wurden und die Zimmermannstechniken bereits in der Jungsteinzeit belegen, was von vielen Experten so nicht erwartet wurde. Auch völlig unerwartete Formen der Gefäßverzierung wurden entdeckt. So fanden sich beispielsweise typische Kümpfe, die über der typischen Ritzverzierung, wohl als Sekundärverwendung, mit Birkenpech überzogen und mit filigranen Holzsplittern beklebt wurden. Auch komplett neue Gefäßgattungen hat man entdeckt, dazu zählen eine aus Baumrinde gefaltete Schachtel und viele Bastgefäße, die man zum schöpfen des Wassers benutzt hat. Einen außergewöhnlichen Fund stellen auch zwei geopferte Ferkel dar, die im Sitzen, mit Kopf nach oben, außerhalb des Brunnenschachtes beigesetzt wurden. Das man mit den Rekonstruktionen von Steinbeilen bislang bereits richtig gelegen hat, beweisen Hölzer mit noch vorhandenen, eingesetzten Beilen, die nahezu exakt die bisherigen Theorien bestätigen. Weiterhin fand man eine Fülle an tierischen und pflanzlichen Überresten. So konnte die Hausmaus nun eindeutig bereits in der Jungsteinzeit ebenso wie der schon damals vorhandene Anbau von Pflanzen mit berauschender Wirkung belegt werden. Auch die typischen Schadinsekten wurden gefunden und identifiziert und sind damit Beleg, dass das Leben damals wohl, Zitat Stäuble, „eine sehr juckende Angelegenheit war“. Brunnen fanden sich nur in einzelnen Siedlungen und immer an Plätzen, die sich keinem bestimmten Gebäude zuordnen lassen, womit sie als Bauten für die Öffentlichkeit gelten dürfen. Da aber mit den wenigen Brunnen und mit der geringen Förderleistung kaum eine Wasserversorgung der Bevölkerung möglich sein dürfte, muss man sie wohl auch in die Sparte der Kultbauwerke stecken.



Foto (Siegl): Dr Stäuble


- Freitag, 28.03.2014 -

Unterirdischer Gang und Mauer in Moosburg entdeckt
(von Wolfgang Schmucker, Moosburger Zeitung)

Was vermutet worden war, hat sich nun bewahrheitet. In der Bahnhofstraße wurde im Zuge des Austauschs der Wasserleitung ein unterirdischer Gang entdeckt. Den datieren die Archäologen auf das frühe 16. Jahrhundert zurück. Einige Meter davon kamen noch Reste einer alten Stadtmauer zum Vorschein, die aus dem 12./13. Jahrhundert stammen soll.
„Es gab schon immer Gerüchte, dass es hier Gänge gibt. Nun können wir das belegen,“ sagte Grabungsleiterin Kerstin Thannabaur. Die Bodendenkmäler konnten entdeckt werden, weil das Wasserwerk Moosburg derzeit die Wasserleitung in der Bahnhofstraße erneuert. Bodendenkmäler wurden im Bereich vom Stadtplatz bis Schloss Asch im Vorfeld vermutet. Deswegen wurde die Freilegung der alten Wasserleitung in diesem Bereich von Archäologen überwacht. Der unterirdische Gang kam auf Höhe der Hausnummer 13 zum Vorschein. Dieser verläuft von da einige Meter die Bahnhofstraße abwärts in der Trasse der Wasserleitung und macht dann einen Knick Richtung Schloss Asch. „Der Gang stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Anhand der verwendeten Ziegel und Mörtel lassen sich diese Angaben machen“, erklärte Mauritz Thannabaur. Es handele sich dabei um Ziegelformat 7x15x24 cm. „Der Mörtel ist ziemlich hart. Es wurde ein frischgebrannter Kalk verwendet, der unheimlich fest anzieht“, so der Archäologe. Das Ziegelformat und Mörtel seien typisch für diese Zeit, „das ist eine gute Bauqualität“. Weil in der Umgebung im Jahr 2010 bei Reparaturarbeiten nach einem Wasserrohrbruch ein unterirdischer Gang entdeckt worden war, hatte man auch in diesem Bereich der Bahnhofstraße entsprechende Vermutungen. Auf Höhe der Hausnummer 8 wurde beim Freilegen der Wasserleitungstrasse auch noch eine teilweise abgebrochene alte Mauer entdeckt. „Das ist das erste Mal, dass man hier in der Stadt in diesem Bereich so eine Mauer gefunden hat,“ sagte Archäologin Kerstin Mauritz. Diese Mauer kreuzt die Bahnhofstraße in Nord-Süd-Richtung in einer Tiefe von 1,4 Meter und soll im 12.13. Jahrhundert errichtet worden sein, Typisch für diese seien das Ziegelformat 8x14x30 Zentimeter und der Sandmörtel. „Bereits im 15. Jahrhundert ist die Mauer aber wieder teilweise abgebrochen worden“, wusste die Grabungsleiterin. Wie die Mauer und der unterirdische Gang einzuordnen sind, ist noch nicht ganz klar. Für die Archäologen handelt es sich bei ihren Arbeiten in der Bahnhofstraße um eine „minimalinvasive“ Grabung, in einem kleinen Bereich mit wenig Möglichkeiten. Bei den Funden handelt es sich um einen kleinen Mosaikstein, erklärte Mauritz Thannabaur. Die Funde wurden aufgenommen und dokumentiert. „Und das Wasserwerk legt die neue Wasserleitung neben den unterirdischen Gang. Damit ist dem Denkmalschutz genüge getan“, erklärte Thannabaur. So ganz überraschend kamen die Funde für den Betriebsleiter des Wasserwerks Moosburg nicht. „Wir haben von der Unteren Denkmalschutzbehörde erfahren, dass bei früheren Tiefbauarbeiten Bodendenkmäler gefunden worden sind“, sagte Reinhard Teppert. Dass die Wasserleitung jetzt ein bisschen verlegt werden müsse, würde bis auf eine geringe zeitliche Verzögerung der Arbeiten keine Probleme bereiten. Der Grund für den Austausch der Wasserleitung in der Bahnhofstraße waren das „Alter der Leitung und damit einhergehend schon einige Sanierungsmaßnahmen“. Damit ein leistungsgleicher Zusammenschluss mit einer Leitung, die aus dem Westen Moosburgs kommt, und Kapazitätsreserven für noch nicht bebaute Flächen vorhanden sind, wurde der Durchmesser 100 auf 150mm vergrößert.


 

                    Fotos: Moosburger Zeitung


- 27.03.2014 -

Grußwort des neuen Vorsitzenden

 Sehr geehrte Mitglieder, 

mit dem 25-jährigen Jubiläum ändert sich für uns Vieles. Wie sie bereits wissen, steht Erwin Neumair leider nicht mehr für den Posten des 1. Vorsitzenden zur Verfügung und ich habe dieses Amt übernommen, was mit Sicherheit keine leichte Aufgabe sein wird. Es gilt nun, die Arbeit, die Herr Neumair in den letzten Jahrzehnten unermüdlich und mit vollem Einsatz geleistet hat, würdig fortzuführen. Damit dies gelingen kann, sind wir alle gefordert, denn das von ihm eingebrachte Arbeitspensum ist von einer einzigen Person kaum zu schaffen. Diese Leistung kann man, meiner Meinung nach, gar nicht genug würdigen und so möchte ich mich an dieser Stelle bei Herrn Neumair nochmals herzlich für seine Arbeit und für das, was ich in den letzten Jahren von ihm lernen durfte bedanken.

Nun stellt sich die Frage, wie wir weitermachen sollen. Die traditionellen Veranstaltungen, wie Vorträge und Fahrten stellen natürlich einen sehr wichtigen Teil der zukünftigen Vereinsarbeit dar, wobei 2014 der Fokus auf der Fertigstellung unseres Schauraumes liegen muss. Auch die Fundbearbeitung, Archivierung und Katalogisierung muss weitergeführt werden. Hierzu benötigen wir vor allem auch die Mithilfe von ihnen, unseren Mitgliedern. Wer also bereit ist, sich aktiv einzubringen, sollte nicht davor scheuen, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Nicht vergessen dürfen wir, dass das Vereinsziel auch der Erhalt und die Rettung der Bodendenkmäler in unserem Landkreis ist. Ein leidiges Thema sind in diesem Zusammenhang die Grabungen durch Ehrenamtliche, die in den letzten Jahren zunehmend schwierig geworden sind. Wenn man aber mit offenen Augen durch die Landschaft geht, sieht man, dass die Erosion immer weiter fortschreitet, ein Denkmal nach dem anderen und so auch unsere Geschichte stirbt. Ziel muss es also auch sein, Mittel und Wege zu finden, um diese sterbenden Denkmäler zu dokumentieren bevor sie für immer verschwunden sind. Der Schutz der Bodendenkmäler ist hier das Eine, doch überall kann man nicht mehr schützen und muss zum Instrument der Ausgrabung greifen, will man der Nachwelt noch Etwas vom Vermächtnis unserer Vorfahren erhalten. Ich bin mir sicher, dass man, im Dialog mit den zuständigen Stellen, eine Lösung für diese Problematik finden wird.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen weiterhin viel Freude im Archäologischen Verein und hoffe, dass wir, die neue Vorstandschaft, sie mit unserer Arbeit überzeugen können.

 Lorenz Scheidl, 1. Vorsitzender



 


 

- 19.03.2014 -

Erwin Neumair tritt nach langen Jahren als 1. Vorsitzender des Archäologischen Vereins ab
- Die Jahreshauptversammlung bestimmt Lorenz Scheidl als seinen Nachfolger

Am vergangenden Dienstag fand in Freising die Jahreshauptversammlung des Archäologischen Vereins Freising statt. Die Veranstaltung begann mit einem Paukenschlag: Über ein, von Lorenz Scheidl verlesenes Grußwort lies Vereinsgründer und langjähriger 1. Vorsitzender, Erwin Neumair, verlauten, dass er aus gesundheitlichen Gründen zukünftig nicht mehr für das Amt zur Verfügung stehen wird. Diese Nachricht wurde bei den Anwesenden mit großem Bedauern aufgenommen, da Neumair den Verein maßgeblich geprägt und die großen Erfolge der letzten Jahrzehnte erst möglich gemacht hat. Sein leidenschaftliches Engagement, das er, zusammen mit seiner Frau Anne, eingebracht hat, kann gar nicht genug gewürdigt werden. Das 25-jährige Vereinsjubiläum bedeutet damit einen großen Umbruch in der Landkreisarchäologie und in der Vereinsführung.
Im Anschluss an das Grußwort legte der 2. Vorsitzende, Lorenz Scheidl, in Vertretung den Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr vor. Es wurden wieder zahlreiche Vorträge angeboten, beispielsweise von Dr. Beilner über Erdställe oder von Prof. Dr. Thomas Saile über das Altheimer Erdwerk. Eine Fahrt führte zu interessanten Bodendenkmälern im Landkreis Freising. Auch die Forschung kam nicht zu kurz und so laufen zahlreiche Projekte über die Funde im Landkreis, beispielsweise von Dr. Heiner Schwarzberg, der die bandkeramische Flasche von Niederhummel untersucht. Ein großes Augenmerk lag auf der weiteren Umgestaltung des Schauraumes, der unter Anderem nun um das Modell eines jungsteinzeitlichen Hauses, gebaut von Hans Gumberger und eine beleuchtete Schautafel, gebaut von Dr. Andreas Reuter reicher ist. Die auf dem Hochzeitsbecher von Murr dargestellte Szene erfährt eine ganz besondere Art der Präsentation. Anne Neumair hat die Ritzzeichungen auf lebensgroße Figuren übertragen, die in Zukunft im Schauraum zu sehen sind. Emsig gearbeitet wurde auch am neuen Heft 12 der Reihe „Archäologie im Landkreis Freising“. Erwin Neumair und Franz Then haben wieder eine große Bandbreite an bebilderten Artikeln hierfür zusammengestellt. Eigene Grabungen gab es nicht, jedoch liefen oder laufen Untersuchungen durch Grabungsfirmen, beispielsweise in Mauern/ Pfarracker und in Rehbach bei Gammelsdorf.
Für das kommende Jahr plant der Verein die Eröffnung des neu gestalteten Schauraumes, die Veröffentlichung von Heft 12 und mehrere Vorträge. Auch zwei Fahrten werden angeboten. Bereits im Frühjahr führt eine Landkreisfahrt wieder zu interessanten Bodendenkmälern, diesmal mit Schwerpunkt Ampertal. Im Sommer geht es dann über das Altmühltal nach Eichstätt auf die Willibaldsburg.
Kassier Bruno Poschner legte im Anschluss an den Rechenschaftsbericht seinen Kassenbericht vor, der Ausgaben von 10081,20€ und Einnahmen von 17.793,59€ auswies. Das Barvermögen ist somit auf 37.104,38€ angewachsen. Der relativ hohe Wert relativiert sich allerdings, wenn man bedenkt, dass das neue Heft 12 und die Neugestaltung des Schauraumes mit hohen Summen zu Buche schlagen werden.
Nach der Entlastung der Vorstandschaft stand nun der spannendste Punkt auf der Tagesordnung, nämlich die Neuwahlen. Aus der Vorstandschaft scheiden folgende Personen aus: Erwin Neumair, Anne Neumair, Dr. Andreas Reuter, Dr. Heiner Schwarzberg und Frau Dr. Hilde Macha. Auch die Revisorinnen Frau Rüsse und Frau Veller standen nicht weiter zur Wahl. Als neuer Vorsitzender wurde der bislang 2. Vorsitzende Lorenz Scheidl aus Mauern vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Sein Vize wird der Freisinger, Franz Then, der bereits lange Jahre im Verein und in der Vorstandschaft aktiv ist. Kassier Bruno Poschner und Schriftführer Fritz Ott wurden im Amt bestätigt. Die neuen Beisitzer sind Erich Ludwig, Reinhard Wittig, Maria Messner, Alexander Veling, Florian Bichlmaier, Hans Gumberger  und Ingrid Künne. Als Revisoren wurden Dr. Andreas Reuter und Alfred Ballauf berufen. Für das langjährige Engagement für den Verein überreichte Lorenz Scheidl Blumensträuße an Frau Dr. Hilde Macha und die Revisorinnen und bedankte sich im Namen des Vereins für die gute Zusammenarbeit. Im Anschluss an die Sitzung begeisterte Dr. Harald Stäuble mit seinem Vortrag „Funde die es nicht geben dürfte – Neues aus bandkeramischen Brunnen“.  Weitere Informationen über den Verein und zu aktuellen Terminen finden sie weiterhin auf unseren Webseiten.



Der neue Vorsitzende, Lorenz Scheidl, überreicht einen Blumenstrauß an Frau Dr. Hilde Macha (Foto: Siegl)


 

- 30.01.2014 -

Vornehmes Steinzeitpaar in Lebensgröße

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens plnat der Archäologische Verein eine Ausstellung im Landratsamt. Darin wird eine breite Palette von Funden aus dem Landkreis gezeigt. Es handelt sich um zum Teil einmalige Objekte von der Jungsteinzeit bis zur Neuzeit. Im Mittelpunkt steht dabei eine lebensgroße Figurengruppe, wie sie auf dem sog. Hochzeitsbecher von Murr abgebildet ist. Das vornehm in Münchshöfener Tracht gekleidete Paar wird begleitet von einem ebenso gekleideten Kind, das auf der Unterseite eingraviert ist. Es ist die älteste Darstellung von Menschen mit Kleidung der damaligen Mode vor über 6000 Jahren. Beginn und Dauer der Ausstellung werden rechtzeitig bekannt gegeben.

 Der Hochzeitsbecher:



 

- 29.01.2014 -

Dr. Beilner referierte über Erdställe
- Wohnraum für die Seelen der Frühchristen?

Full House herrschte am Dienstag in der Klosterbibliothek. Der Grund: Dr. Thomas Beilner referierte über den aktuellen Stand der Erdstallforschung. Diese unterirdischen Gänge zeichnen sich durch eine sehr niedrige Bauweise aus. Meist liegt ihre Höhe nur bei rund 1,50m, oft sogar noch darunter. Innerhalb der Erdbauwerke gibt es verschiedene Elemente wie Kammern, Sitznischen, Lichtnischen und vor allem die charakteristischen Durchschlüpfe. Diese haben in Extremfällen lediglich 30-35cm Durchmesser und können nur von geübten Erdstallforschern mit viel Mühe durchkrochen werden.

Lange Zeit wusste man nicht viel über den Zweck, die Errichtung und die Entstehungszeit dieser Schratzellöcher. Errichtet wurden einige Anlagen über einen sogenannten Bauhilfsschacht, welcher in den Boden eingetieft wurde und über den man halbwegs bequem den Abraum entsorgen konnte. Wie man allerdings Erdställe bauen konnte, die nur über mehrere Durchschlüpfe erreichbar sind, das bleibt auch weiterhin ein Rätsel. Man muss zudem bedenken, dass einige der Bauwerke in Granitfelsen getrieben wurden und man, laut Feldversuch, an einem Tag lediglich 2cm Vortrieb leisten kann. Die Entstehungszeit kann man mittlerweile genauer eingrenzen. In Höcherlmühle in der Oberpfalz wurde ein Erdstall wiederentdeckt, dessen Zugang mit seiner Stilllegung verschüttet wurde. Im Verfüllmaterial fanden sich zahlreiche datierbare Keramikfragmente, die beweisen, dass der Erdstall um das Jahr 1200 aufgelassen wurde. Aufgrund dieser sensationellen Erkenntnisse wurde der Bauhilfsschacht ausgegraben. Darin fand sich datierbare Holzkohle. Die Erdställe dürften somit zwischen dem Jahr 1000 und dem Jahr 1200 nach Christus entstanden sein. Der Zweck, den die Bauten erfüllten ist dagegen weiterhin unklar. Einige Deutungen weisen auf Speisekammern, Fluchtwege und Verstecke hin, sind aber als eigentlicher Zweck kaum haltbar. Sicherlich wurden einige der Erdställe später für solche Aufgaben umgenutzt, was schriftliche Quellen oft belegen, jedoch gehen die meisten Deutungen eher in den kultisch-religiösen Bereich. Im Frühchristentum glaubte man noch an eine Zwischenwelt, in die die Seelen der Verstorbenen gelangten, um dort auf das jüngste Gericht zu warten. Diese war aufgeteilt in Bereiche die das Gute symbolisierten – also Licht und Wasser und in Bereiche des Bösen. In der Tat zeigen viele Erdställe eine Art Zweiteilung mit Bereichen in denen sie sehr sauber gearbeitet waren, Lichtnischen, relativ gemütlich anmutende Sitzkammern und teils sogar Brunnen und Wassertröge besaßen und in Bereiche die unsauberer erscheinen und kaum Lichtnischen besitzen und auf jeglichen „Komfort“ verzichten. In diesen Teilen gibt es gelegentlich größere Seitennischen, die wie Wachbereiche anmuten in denen womöglich, die von Frühchristen beschriebenen Engel stehen sollten, um die schlechten Seelen zu bewachen. Auch die niedrige Bauweise würde sich durch die damalige Darstellung der Seelen erklären, nämlich hellhäutige, nackte Kinder. Doch auch wenn diese Erklärung zunächst sehr plausibel erscheint, muss man bedenken, dass es auch hier viele Ungereimtheiten gibt und man sich nicht alleine die passenden Dinge zusammensuchen darf um Theorien zu untermauern.

Wichtig ist in der Erdstallforschung weiterhin die Recherche und das Gespräch mit den Bewohnern, die altes Wissen über solche Gänge noch besitzen und natürlich die Meldung von unerklärlichen Erdeinbrüchen oder gar die Aufdeckung eines Gangstückes. Beilner erntete für seine Ausführungen tosenden Beifall.


 Blick in einen Erdstall

Weitere Informationen finden sie in der Rubrik Erdställe


- 20.01.2014 -

Geheimnisvolle nackte Zwergerl: Auch in Baumgarten und Figlsdorf gab es Erdställe

 „Noch vor 100 Jahren führte in Baumgarten bei Nandlstadt ein unterirdischer Gang vom Rottmayer - und vom Hobmayer- Anwesen zum Friedhof und zur Kirche. Beim Rottmayerhof war bei der Scheune ein Loch, das in den unterirdischen Gang führte. Aus dieser Öffnung schlüpften nachts kleine Männlein heraus, die man einfach "Zwergerl" nannte, und verrichteten ganz von selbst im Stall und in der Scheune allerlei Arbeiten. Darüber waren der Bauer und die Bäuerin sehr froh. Zur Belohnung bekamen die kleinen Helfer von der Bäuerin gutes Essen. Wenn der Tag anbrach, verschwanden die Wichte in ihrer Behausung unter der Erde. Weil die kleinen Leute nackt waren, legte man ihnen aus Mitleid Kleider zum Anziehen hin. Doch dies wollten die Zwergerl nicht. Und da verließen sie den Hof auf Nimmer- wiedersehen. Bisweilen kann man noch ein fernes Weinen hören.“

– soweit eine alte Sage. Der Hintergrund hierfür ist, wie so oft, ein unterirdischer Gang.1883 wurde beim Neubau des „Rothmeier Hofes“ in Baumgarten eine künstliche Höhle freigelegt. Unter dem „Mesner-Haus“ befand sich eine Erdkammer, die bereits mehrfach von den Leuten untersucht worden war. Diese Höhle, die eine Gangfortsetzung Richtung Friedhof hatte, wurde letztendlich zugemauert und nicht weiter erforscht, bis 1904 ein Brand Teile des Anwesens zerstörte. Beim Neubau der Stallung entdeckte man den Gang wieder und Josef Wenzl, der Pionier der Archäologie im Landkreis Freising, konnte den Erdstall untersuchen. Der Gang führte 7m nordöstlich der NW-Ecke der Friedhofsmauer in einer Tiefe von etwa 1,5m nach Westen. Leider war der Gang zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich zerfallen und konnte nur noch auf 2m Länge durchkrochen werden. Wenzl befragte den Dorfältesten und Bewohner von Baumgarten, woraufhin immer wieder Geschichten von „Zwergerln“ in Verbindung mit den Gängen auftauchten. Der Sohn des Mesners, der im Hobmair – Anwesen wohnte will 1883 von dort aus, als Kind, einen Gang erkundet haben, der zum Rothmairhof führte. In der Höhle sollen Hufeisen und Geschirr aufgefunden worden sein. Benefiziat Dorn berichtet ebenfalls über die Untersuchungen des Ganges, in dem deutliche Anzeichen auf Lämpchen zu sehen waren. Er mutmaßte damals noch, dass es sich bei dem Gang um einen metallurgischen Tiegel handeln könnte. Der Rothmairhof gilt als der älteste Baumgartens, mit erster urkundlicher Erwähnung im 12. Jahrhundert, also genau in der Blütezeit der Schratzellöcher.

 Auch im nahen Figlsdorf entdeckte man 1884 einen Erdstall, den Landrat Mittermaier aus Inzkofen untersuchte. Der Gang befand sich unter der Hügelkuppe, auf der die Kirche steht und begann im Gemüsegarten des Bauern Andreas Festner. Der Gang hatte von der Einbruchstelle aus gemessen eine Länge von etwa 12 Metern, bei einer Höhe von 80 cm bis 1 m. Von der Kirche aus soll sich der Gang Richtung Dorfstrasse fortgesetzt und zu den dahinter liegenden Hügeln geführt haben, so der alte Obermairbauer. Bereits einige Jahre zuvor war der Gang bei Stallbauarbeiten großflächig freigelegt worden und dürfte laut Landrat Mittermaier aus Inzkofen eine Gesamtlänge um die 100 Meter gehabt haben. Genauso wie in Baumgarten gibt es auch in Figlsdorf Sagen um nackte Zwergerl.

Über die Zweckbestimmung und die neuesten Erkenntnisse dieser Erdställe, deren Beschaffenheit und die Erforschung referiert am 28.01.2014 Herr Dr. Thomas Beilner, von der Gesellschaft für Erdstallforschung um 19:30 in der Klosterbibliothek am Landratsamt Freising. Der Archäologische Verein lädt hierzu alle Mitglieder und Nichtmitglieder herzlich ein. Der Eintritt ist frei!


Erdstall Baumgarten

Grafik: Erdstall in Baumgarten
Quelle Grafik und Text: Erdställe im Landkreis Freising, Dr. Dr. Hilde Macha, Band 6 Archäologie im Landkreis Freising